Urteil

Putzt der Mann, sind das keine Betriebskosten

Reinigen Vermieter ihr Haus selbst, können sie das bei den Betriebskosten berücksichtigen. In diesem Fall lassen sich für die erbrachte Eigenleistung Kosten ansetzen, die auch ein Dritter für diese Dienstleistung in Rechnung stellen würde.

Diese Regelung gilt allerdings nicht, wenn Vermieter die Arbeiten einem Verwandten übertragen, hat das Landgericht Berlin entschieden (Az.: 63 S 122/11).

In dem von der Zeitschrift "Das Grundeigentum" veröffentlichten Fall hatte eine Vermieterin ihren Ehemann damit beauftragt, die Reinigungsarbeiten im Haus durchzuführen. Dieser verlangte dafür kein Geld, er erledigte die Putzarbeiten ohne Aufwandsentschädigung. In der Betriebskostenabrechnung setzte die Besitzerin des Mehrfamilienhauses dennoch den Betrag an, den ein Dritter in Rechnung stellen würde - so wie sie es hätte tun können, hätte sie selbst zu Wischmopp und Feudel gegriffen. Einer der Mieter klagte gegen diese Entscheidung.

Die Richter am Landgericht gaben dem Mieter Recht. Umlagefähig seien nur Kosten, die tatsächlich entstanden seien. Führe der Vermieter die Arbeiten selbst durch, könne zwar ein fiktiver Satz angesetzt werden. Das gelte aber nicht, wenn ein Dritter die Leistung erbringe, ohne dafür Geld zu verlangen.