Frühling

Für Hobbygärtner wird es ernst

Zeit zum Ausruhen? Überzeugte Hobbygärtner werden da nur wissend abwinken, denn im Februar gibt's viel zu tun: umgraben, Büsche stutzen, Saatgut bestellen und die Geräte überholen - ausruhen sieht anders aus.

Sobald der Frost die Böden nicht mehr im Griff hat, können sie umgegraben werden, sagt Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin-Dahlem. Zudem müssten bei den ersten Plus-Graden die Immergrünen wieder gegossen werden. "Sonst verdursten sie", warnt die Gartenexpertin und rät gleichzeitig zur Einkaufstour: "Wer auf den oft rasch einziehenden Frühling vorbereitet sein will, bestellt jetzt Saatgut." Auch Wurzelware aus den Gärtnereien könne nun vorbestellt werden.

Frist zum Stutzen

Schnell muss sein, wer den Frühjahrsputz noch nicht abgeschlossen hat. Hecken, Gebüsche und Schilfe dürfen nur noch bis Ende Februar radikal gestutzt oder gerodet werden. Danach gilt bis zum 30. September ein Bestandsschutz, um Brutstätten von Tieren nicht zu gefährden. Doch wer Säge und Schere ansetzen will, muss auf das Thermometer achten, sagt August Forster, Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau: "Schneiden darf man bei bis zu fünf Grad minus. Ist es kälter, schadet es den Pflanzen, denn der Zweig wird gequetscht, und es gibt keinen sauberen Schnitt, der gut verheilen kann."

Zwischen Februar und April werden drinnen zudem verschiedene Zier- und Gemüsepflanzen für Garten und Balkon ausgesät. Dafür eigneten sich spezielle Aussaatschalen, erklärt der Zentralverband Gartenbau in Bonn. Diese haben eine Kunststoffhaube, die sie in ein kleines Treibhaus verwandelt. Hier könne sich die Luft zwischen dem Substrat und der Haube rasch erwärmen, und das Wasser verdunstet schnell: Somit entstehe ein ideales Klima für die Keimung.

Gut sei auch spezielle Anzuchterde, raten die Gartenexperten. Sie ist nicht gedüngt und enthält wichtige Nährstoffe für die kleinen, jungen Wurzeln. Nach der Aussaat sollten die einzelnen Pflanzen mit den Etiketten ihrer Samenpackungen markiert werden, damit sie nach der Keimung nicht verwechselt werden. Ausreichend angegossen, werden die Schalen am besten auf die Fensterbank gestellt, damit sie genügend Licht bekommen.

Rechtzeitig abhärten

Besonderes Augenmerk gilt dem Wasserbedarf der jungen Pflanzen, denn trockene Heizungsluft im Wohnraum lässt die Erde schnell austrocknen - und damit auch die zarten Sämlinge. Sie sollten allerdings auch nicht zu feucht stehen, da sonst Schimmelpilze für ein schnelles Ende sorgen. Ist die erste Lebensphase trotz aller Gefahren erfolgreich überstanden und bilden sich Blätter, sollte man die Hauben abnehmen und die Pflanzen an die Zimmerluft gewöhnen, erläutert der Zentralverband. Das härtet sie für die Zeit im Freien ab.

Zeit für die Geranien

Im März geht die Gartensaison dann richtig los: Bevor die ersten Triebe und Knospen der im Sommer blühenden Gehölze wie Sommerflieder und Hortensien zu wachsen beginnen, sollten die Pflanzen zurückgeschnitten werden. "Der Klematis etwa braucht so einen frühen Schnitt", sagt Isabelle Van Groeningen: "Der Schnitt von früh blühenden Gehölzen wie Forsythien dagegen muss bis nach der Blüte warten, sonst werden ja die Blütenanlagen entfernt."

Anfang März werden zudem auch die Geranien, die drinnen überwintert haben, hart zurückgeschnitten und umgetopft, und Ende des Monats können Stecklinge gezogen werden. Gleichzeitig wird in einem Beet auf der Fensterbank im warmen Zimmer das frühe Gemüse wie Bohnen, Salat, Kohl und Zwiebeln gesät, erklärt Van Groeningen: "Dort wachsen sie peu à peu heran und werden ab April ins Freie gebracht."

Genauso macht es die Gartenexpertin mit den ersten einjährigen Blumen wie Löwenmäulchen und Duftwicken. Auch ihre Samen kommen im März in die Erde, "ebenfalls zunächst im Topf", rät Van Groeningen und hat gleich noch einen Tipp parat: "Ich säe von nun an alle drei bis vier Wochen ein bisschen was aus, so gibt es länger etwas Blühendes im Garten."