Couchgarnituren

Mini-Sofas trumpfen mit starken Farben auf

Sie sind die gemütliche Ecke und der Mittelpunkt in jedem Wohnzimmer. Man fläzt sich darauf, man kuschelt, man relaxt, sitzt mit dem Besuch zusammen, und man schläft auch schon mal abends darauf ein - Sofas. Die Zeiten der großen, raumfüllenden Sitzecken sind allerdings vorbei. "Wir wissen, Wohnraum wird immer teurer", sagt Bernd Schellenberg vom Hersteller Machalke Polsterwerkstätten: "Deshalb werden kleinere Möbel gebraucht."

Design mit optischen Tricks

Das sind nun vor allem Zwei- oder Dreisitzer statt einer zusammenhängenden Sofalandschaft. Die Sitzflächen sind nicht so tief, weshalb man eher wieder aufrecht sitzt, statt zum Liegen gezwungen zu werden. Auch durch ihr Design wirken die neuen Sofas filigraner: Arm- und Rückenlehnen sind bei manchen Modellen dünn wie eine Stuhllehne.

Daher sind die neuen Sofas auch flexibler einsetzbar als eine große Couch für die gesamte Familie: Je nach Raummöglichkeit sind sie eine große Sitzgruppe aus mehreren Einzelteilen oder eben Solitäre frei im Raum, beschreibt der Hersteller Brühl die Möglichkeiten für seine mit dem "Interior Innovation Award 2012" des Rates für Formgebung preisgekrönte Couch "Avec Plaisir". Ein anderes Beispiel ist "Bela" von Rolf Benz, zwischen 171 und 213 Zentimeter lang und damit laut Prospekt "das perfekte Sofa für die elegante Stadtwohnung".

Manche Designer arbeiten zudem mit Tricks, um die Polstermöbel noch ein wenig filigraner wirken zu lassen. Eine Möglichkeit sei ein insgesamt runderes Design, schildert Ursula Geismann, Trendanalystin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef. Das lasse die Möbel im Raum einladender erscheinen. Eine andere Möglichkeit ist der Abschied vom streng geometrischen Design. So wirkt etwa ein Sessel schmaler, wenn sich die Armlehnen nach vorne hin leicht öffnen. Dieser optische Kunstgriff wurde beim Sessel "Ole" von Signet Wohnmöbel angewandt, erklärt Geschäftsleiterin Carola Klimke.

Doch die kleineren Maße lassen die Sofas nicht im Raum verschwinden - viele Modelle fallen durch ungewöhnliche Formen, Materialien und Farben sehr auf. Ein Beispiel hierfür ist das Modell "Élysée" von Ligne Roset, das aussieht wie ein hübsch geschminkter Mund. Und das Modell "Arabella" von Leolux sieht aus wie der mittelgroße Bruder eines Lounge-Sessels.

Als Bezug besonders beliebt ist weiterhin Leder. Der VDM geht von einem grundsätzlichen Lederanteil bei den Sofabezügen von 42 bis 45 Prozent aus. Aber der Anteil könnte in diesem Jahr gut übertroffen werden, erläutert Geismann. Besonders haben es den Designern die glatten, feinen Leder, die dem Material für Handschuhe und Handtaschen ähnlich sind, angetan - und das in allen möglichen Farben. "Die Gerber sind ja inzwischen so weit, dass sie ein tolles Beige oder ein tolles Blau hinbekommen", sagt Geismann. Blau ist überhaupt die Trendfarbe bei den Sofas 2012. "Es hat sich auf der Möbelmesse IMM im Januar bestätigt, dass Blau zurück ist - was interessant ist, denn Blau war die letzten 15 bis 20 Jahre aus den europäischen Wohnzimmern verbannt", sagt die VDM-Trendexpertin. Nun sehe man diese Farbe wieder - himmelblau, auch dunklere Töne bieten die Hersteller an. Daneben sind Denimbezüge zu sehen, deren "Träger" sich durch weitere Details auszeichnen: die jeanstypischen Doppelnähte und Zierreißverschlüsse.