Steuern

Grunderwerb in Berlin wird teurer

Dass Berlin hohe Schulden hat und der Senat mehr Geld braucht, ist bekannt. Als zusätzliche Einnahmequelle hat die Landesregierung nun die Erhöhung der Grunderwerbssteuer zum 1. April 2012 beschlossen. Das heißt, wer künftig in Berlin ein Haus, eine Eigentumswohnung oder ein Grundstück kauft, muss mehr Grunderwerbssteuer bezahlen. Der Steuersatz wird von 4,5 auf 5 Prozent angehoben.

Der Ring Deutscher Makler (RDM) hat zwar angesichts der angespannten Finanzlage Verständnis dafür, dass der Berliner Senat nach alternativen Geldquellen sucht, befürchtet aber, dass diese Steuererhöhung die Immobilienwirtschaft stärker belasten könnte. Zumal der Immobilienmarkt in Berlin einen Aufschwung erlebt, und es eine große Nachfrage an Wohnimmobilien in der Bundeshauptstadt gibt. "Wir wissen, dass der Senat Geld braucht, um wichtige Aufgaben wie die Infrastruktur oder soziale Projekte zu verwirklichen. Das sollte aber nicht zu Lasten der Bürger geschehen, die ein Wohneigentum erwerben wollen", sagt der RDM-Landesvorsitzende in Berlin und Brandenburg, Markus Gruhn. Er denkt, dass von der Erhöhung der Grunderwerbssteuer die privaten Käufer und Kleinanleger betroffen sein werden. Die großen Investoren und Immobilienunternehmen würden keine Immobilien, sondern Gesellschaftsanteile kaufen, um die Grunderwerbssteuer zu umgehen, sagt der Immobilien-Fachmann. Deshalb sei es wichtig, eine Gesetzesänderung durchzuführen, damit alle Grunderwerbssteuer bezahlen. Anderenfalls würden dem Fiskus jährlich Millionen von Euro entgehen, sagt der gelernte Bankkaufmann. Einen Einbruch der Immobiliengeschäfte in Berlin werde es allerdings durch die Erhöhung der Grunderwerbssteuer nicht geben, vermutet Gruhn. "Die relativ günstigen Immobilienpreise und die derzeitigen niedrigen Zinssätze werden die Kaufwilligen nicht davon abhalten, auch in Zukunft ein Haus oder eine Wohnung zu erwerben", sagt der RDM-Landesvorsitzende. Er plädiert dafür, dass die Käufer künftig entlastet werden und die Grunderwerbssteuer nicht mehr allein bezahlen müssen. "Wenn die Grunderwerbssteuer vom Käufer und Verkäufer gemeinsam getragen werden könnte, wäre das eine große Erleichterung für die Käufer. Mit dieser Lösung könnten auch die Verkäufer gut leben", meint Gruhn. Unterdessen hat die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz eine neue Internetseite für mehr Transparenz eingerichtet. Unter www.schutz-vor-schrottimmobilien.de findet man realistische Preishinweise von Eigentumswohnungen.