Finanzierung

Glücklich, wer sich ein eigenes Haus leisten kann

Viele Menschen träumen von eigenen vier Wänden. Sie nehmen viel auf sich, um ihr Leben eines Tages im eigenen Haus oder in Eigentumswohnung führen zu können. Oft wird eine Wohnimmobilie auch als eine wichtige Altersvorsorge angesehen. Mietfreiheit im Rentenalter ist eine beruhigende Perspektive.

Doch auf das Abenteuer Bauen sollte man sich nur nach reiflichen Planungen einlassen, mahnen Experten. Aber wie kann und sollte man ein Haus oder eine Eigentumswohnung am besten finanzieren? Wo bekommt man das Baugeld her, welche Voraussetzungen muss man erfüllen? Was sind die Vor- und Nachteile eines Bausparvertrages? All diese Fragen müssen sehr genau geprüft werden, damit man am Ende eine vernünftige Immobilienfinanzierung zu Stande bringen und den Kredit problemlos zurückzahlen kann.

Ansonsten stolpert man in eine aussichtslose Schuldenspirale, in der Bauherren im schlimmsten Fall nach unten gerissen werden. "Bevor man einen Baukredit aufnimmt, sollte man genau überlegen, wie viel Geld man im Monat zur Verfügung hat und wie viel man zum Leben braucht. Auch bestimmte Rücklagen oder ein Tageskonto für unvorhersehbare Ausgaben sind sehr wichtig", sagt der Chefredakteur der Zeitschrift "Finanztest", Hermann-Josef Tenhagen.

Er empfiehlt angehenden Haus- oder Wohnungsbesitzern, sich im Vorfeld von Verbraucherzentralen oder mehreren verschiedenen Anbietern über ihr Vorhaben beraten zu lassen und sich ein möglichst realistisches Bild über ihre finanziellen Möglichkeiten zu machen. Es gibt verschiedene Wege, ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu finanzieren. Neben einem üblichen Bankdarlehen wird auch ein Bausparvertrag oft in Anspruch genommen. Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau vergibt Darlehen an Familien, die ein Wohneigentum erwerben wollen. Insofern sollte jeder prüfen, welches Finanzierungsmodell für ihn in Frage kommt und mit welcher Methode er seine Ziele am besten erreichen kann. Bei einem Baukredit muss man in der Regel ein Eigenkapital vorweisen oder eine andere Immobilie als Sicherheit der Bank zur Verfügung stellen. Gut einkalkulieren muss man dabei die ganzen realen Kosten. Also zusätzlich die Steuern, Notarkosten und gegebenenfalls auch die Maklergebühren. "Die Kreditzinsen sind im Moment relativ niedrig. Es wäre sinnvoll, die Zinsen des Kredits mehr als zehn Jahre festschreiben zu lassen", rät Tenhagen. Eine andere Variante der Finanzierung ist der Bausparvertrag. Hierbei zahlt man einige Jahre monatlich eine bestimmte Summe bei einer Bausparkasse ein, bekommt in der Sparphase in der Regel wenig Zinsen, erhält dafür aber am Ende ein Baudarlehen zu relativ günstigen Zinsen. Man kann bei Bausparkassen auch die Sofortfinanzierung wählen, sich gleich das Geld auszahlen lassen und die Sparphase überspringen. "Bausparen ist im Moment recht günstig. Die Bausparinstitute haben relativ viel Geld zur Verfügung und verleihen es auch in der Regel gern. Zumal in Deutschland die Kunden sehr zuverlässig sind und ihr Darlehen auch rechtzeitig zurück zahlen", betont Tenhagen. Nach Ablauf des ersten Vertrages kann man auch einen zweiten Bausparvertrag abschließen, um damit Renovierungsarbeiten zu finanzieren.