Winter

Gefrorene Leitungen sollten Fachleute auftauen

Zugefrorene Wasserleitungen in der Wohnung sollten nicht in Eigenregie aufgetaut werden. Bewohner sollten sich in diesem Fall besser an einen Sanitärfachmann wenden - der Laie könne nicht erkennen, wie groß das Ausmaß des Schadens ist, sagt Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin.

Das Rohr kann zum Beispiel schon im Mauerwerk geborsten sein. Ein solcher Frostschaden wird aber erst sichtbar, wenn die Leitung wieder auftaut und das Wasser abfließt.

Lübke empfiehlt im Notfall, das Hauptwasserventil nach dem Zufrieren einer Leitung erst einmal abzudrehen. Die Hähne am Ende der betroffenen Leitung sollten aufgedreht werden, damit das gefrorene Wasser beim Auftauen ablaufen kann.

Selbst wenn die zugefrorene Wasserleitung nicht geborsten ist, sollte ein Experte sie auf Schäden überprüfen, rät Franz-Josef Heinrichs vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (SHK). "Die Leitungen kriegen dicke Backen", sagt er. Das heißt, sie gehen auseinander, wodurch sich die Dichte der Rohrwand verringert. Das könne zu Schäden führen, die beim nächsten Frost Ärger machen.

Lübke zufolge deuten zwei Probleme auf eine zugefrorene Leitung im Wohnbereich hin: "Es kommt kein Wasser aus dem Hahn oder die Heizung wird nicht warm."

Grundsätzlich sollten Wohnungs- und Hausbewohner alle Räume ausreichend heizen, um Frostschäden vorzubeugen. "Dann dürfte es eigentlich nicht zu einem Zufrieren der Leitungen kommen", sagt Lübke. Entsteht dennoch ein Wasserschaden, zahlt üblicherweise die Hausratversicherung. Bei Schäden am oder im Gemäuer greift zumeist die Wohngebäudeversicherung des Hausbesitzers. Voraussetzung sei allerdings, dass Mieter ausreichend geheizt haben, sagt Lübke.