Urteil

Erben bekommen Anteil an Schenkungen

Hat ein Erblasser in den letzten zehn Jahren vor seinem Tod Schenkungen vorgenommen, erhalten seine Erben zusätzlich zu ihrem Pflichtteil auch einen Anteil an diesen Schenkungen.

Hat die Schenkung aus einem Grundstück bestanden, ist hierbei der Wert zum Zeitpunkt des Erbfalls maßgeblich. Einzige Ausnahme: Hatte das Grundstück zum Zeitpunkt der Schenkung einen geringeren Wert, gilt dieser Wert als Berechnungsgrundlage für den Pflichtteilergänzungsanspruch.

Das hat das Brandenburgische Oberlandesgericht (Az.: 13 U 79/10) entschieden, teilt die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mit. In dem verhandelten Fall hatte der Großvater seinem Enkel mehrere Grundstücke als Schenkung überlassen, die dieser einige Zeit nach dem Tod seines Großvaters verkaufte. Seine Mutter und seine Tante, die beiden Töchter des Verstorbenen, waren je zur Hälfte Erbinnen geworden. Die Tante klagte, weil sie Auskunft über den Verkaufspreis der von ihrem Vater verschenkten Grundstücke haben wollte. Sie vermutete, dass der Wert der Grundstücke in dem Zeitraum zwischen Schenkung und Verkauf gestiegen war. Die Richter wiesen die Klage allerdings ab.