Nachbarn

Wenn Gefälligkeit zur Schwarzarbeit wird

Ob Hilfe beim Hausbau oder Unterstützung im Garten - Nachbarn oder Freunde helfen sich oft gegenseitig.

"In der Regel sind solche Gefälligkeiten auch unproblematisch", sagt Rechtsanwalt Hans-Georg Meier von der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. Doch wird der Arbeitseinsatz bezahlt, könne aus der Hilfe schnell Schwarzarbeit werden: "Die Grauzone ist groß", warnt Meier.

Entscheidend sei, ob die Hilfe mit der Absicht erfolge, Gewinn zu erzielen, erklärt der Rechtsanwalt. "Jeder muss sich die Frage stellen: Würde ich die Arbeit auch erledigen, wenn es nicht der Nachbar oder Freund ist?" Auch die Frage, wer wie viel hilft, könne für die Beurteilung wichtig sein. Wenn etwa die Erzieherin aus der Nachbarschaft regelmäßig auf die eigenen Kinder aufpasse, sei das problematisch. "Passiert es nur ab und zu, ist es aber kein Problem."

Zudem sollten Gefälligkeiten oder Hilfsarbeiten nicht üppig entlohnt werden. "Eine Einladung zum Essen oder zu einem Ausflug ist in Ordnung", sagt Meier. Geld oder größere, wertvolle Geschenke hingegen könnten als Arbeitslohn gelten.

Auch wer die Hilfe mit einer Gegenleistung abgelten möchte, sollte aufpassen. Wird etwa beim Nachbarn als Dank der Garten gepflegt, sollte sich der Aufwand dafür in Grenzen halten: "Wenn die Gartenarbeit mit dem Nachbarn zusammen erledigt wird, gilt das als Hilfe." Wenn man allerdings den gesamten Garten alleine umgestalte, könne das möglicherweise als Schwarzarbeit angesehen werden.

Die Folgen können unangenehm sein: "Im Ernstfall müssten Steuern und Sozialabgaben nachgezahlt werden", erklärt Meier. Außerdem drohten ein Bußgeld und möglicherweise eine Strafanzeige wegen Erschleichens von Sozialhilfeleistungen.

Wer derartige Probleme vermeiden will, sollte sich bei den Sozialversicherungsträgern wie Krankenkassen oder der Rentenversicherung informieren, bevor er sich entscheidet, Bekannte zu beschäftigen, empfiehlt Meier. Dort erhielten Verbraucher die nötigen Informationen, wie die Beschäftigung legal gestaltet werden könne.