Böden

Neuer Glanz fürs Parkett

Selbst bei bester Pflege zeigt Parkett nach einigen Jahren Abnutzungserscheinungen: Dellen durch Absätze und Kratzer von kleinen Steinchen verunstalten den Gesamteindruck, und durch das ständige Ablagern feiner Schmutzpartikel von Schuhsohlen zeichnen sich Laufwege ab.

Heimwerker können diese hässlichen Gebrauchsspuren aber selbst entfernen und das Parkett wieder auf Hochglanz bringen. Dafür müssen nur der Lack und eine Schicht Holz ab.

Der alte Boden wird bis auf das rohe Holz abgeschliffen. "Wie oft dies möglich ist, hängt von der Art des Parketts und der Dicke der Echtholz-Laufschicht ab", erklärt Michael Pommer von der DIY-Academy in Köln. Mehrschichtparkett, auch Fertigparkett genannt, gebe es mit einer Schicht von 2,5 bis sechs Millimetern. Massivparkett besteht aus bis zu 22 Millimeter dickem, massivem Holz. Bis zu einem Millimeter werde beim Renovieren abgetragen - daher sei besonders beim Abschleifen eines Mehrschichtparketts Vorsicht geboten.

Achtung, Holzstaub!

Die alte Lackschicht sollte mit professionellen Schleifmaschinen entfernt werden. "Walz- oder Tellerschleifer sind hierfür gut geeignet", sagt Pommer. Miet-Maschinen gibt es im Baumarkt. Randbereiche und die Flächen unter Heizkörpern lassen sich damit aber nicht abschleifen. Dafür gibt es Seitenschleifer, die auch vermietet werden.

Ein Problem beim Parkettabschleifen ist der feine Holzstaub, der im Zimmer aufgewirbelt wird. "Das Boden-Schleifgerät sollte immer mit einem Staubrückhaltesystem ausgestattet sein", rät Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut in München. Denn der Staub sei nicht nur unangenehm: Die Feinstäube von Harthölzern wie Eiche stehen im Verdacht, Lungenkrebs auslösen zu können. Das Institut empfiehlt daher, das Abschleifen solcher Harthölzer Profis wie einem Bodenleger zu überlassen.

Öl und Wachs statt Lack

Die Handhabung von Schleifmaschinen ist für Laien nicht einfach. Das Gerät muss ruhig und gleichmäßig über die Oberfläche geführt werden. Solange die Maschine arbeitet, muss sie sich konstant über die Oberfläche bewegen. Dabei darf die Schleifrichtung nicht verändert werden. Sonst entstehen Vertiefungen, die sich nicht mehr beseitigen lassen. Oder es wird stellenweise zu viel Holz abgeschliffen, warnt Michael Pommer: "Zeigen sich während des Schliffes trotzdem einmal feine Risse oder Fugen, können sie mit einer Paste, die aus feinem Staub des letzten Schleifgangs und Versiegelungslack gemischt wird, ausgebessert werden."

Um die Lackschicht restlos zu entfernen, muss der Boden mehrmals mit Schleifpapier verschiedener Körnung abgeschliffen werden, sagt Pommer. Danach folge schließlich noch ein Feinschliff mit Papier der Körnungsstärke 100 oder 120. Nach jedem Schleifgang werde der Boden gründlich abgesaugt.

Zum Abschluss braucht der Boden eine Oberflächenbehandlung, die dem Parkett neuen Glanz verleiht und es schützt. "War der Boden früher mit Lack versiegelt, kann man ihn nach dem vollständigen Entfernen der Lackschicht auch ölen oder wachsen", sagt Ludger Küper, Direktor des Paint Quality Institute im hessischen Schwalbach. Öl und Wachs hätten den Vorteil, dass bei kleinen beschädigten Stellen im Boden nur diese geschliffen und neu geölt werden müssen. Bei einer Versiegelung mit Lack dagegen müsse jeweils der gesamte Boden abgeschliffen und komplett neu versiegelt werden. Lackierte Böden seien allerdings widerstandsfähiger.

Bei aller Freude am Selbermachen sollten sich Heimwerker trotzdem gut überlegen, ob sie sich die Arbeit zutrauen. Denn ein Parkett zu renovieren, ist kein einfacher Handstreich. "Bei Wohnungen mit Parkettboden kann der Vermieter den Mieter für mögliche Schäden beim Renovieren regresspflichtig machen", warnt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Ist das Parkett in Mietwohnungen beschädigt, gehöre es zu den Verpflichtungen des Vermieters, dies zu reparieren.