Verbraucher

Auch für den Möbelkauf gilt das normale Rückgaberecht

Die Anschaffung von Möbeln ist oft besonders aufwendig. Und bei manchen Kunden entsteht der Eindruck, dass es sich um einen besonderen Kauf mit besonderen Regeln handelt. Doch das ist nicht der Fall.

Wenn sich das gelieferte Exemplar vom Ausstellungsstück unterscheidet, liegt nach dem BGB wie in anderen Fällen ein Mangel vor. Der Kunde muss das Möbelhaus auffordern, vertragsgemäß zu leisten.

Entpuppt sich das gekaufte Stück bei Lieferung schlicht als schadhaft, hat der Kunde grundsätzlich die Wahl zwischen Neulieferung und Reparatur. Bei nur sehr kleinen Schäden steht es dem Verkäufer allerdings frei, nur eine Reparatur durchzuführen. Eine Minderung des Kaufpreises kommt dann außerdem in Betracht. Wenn das Möbelhaus zur Nacherfüllung aufgefordert wird, sollte dies immer schriftlich geschehen, am besten per Einschreiben, mit einer Frist von rund zehn Tagen. Reagiert der Verkäufer nicht oder scheitern zwei Reparaturversuche des Verkäufers, kann der Kunde vom Kaufvertrag zurücktreten.

Anders ist die Rechtslage, wenn das ausgesuchte Stück dem Käufer nicht mehr gefällt oder es nicht an den vorgesehenen Platz der Wohnung passt. Hier liegt der Fehler beim Kunden. Weder Ersatzlieferung, Minderung noch Rücktritt sind möglich.

Es gibt kein Widerrufsrecht wie beim Kauf per Internet oder Telefon. Um von einem Kaufvertrag zurückzutreten bedarf es eines Grundes.

( BM )