Urteil

Lauter Mieter muss Minderung ersetzen

Dass sich Mieter an gewisse Ruhezeiten halten sollten, wenn sie musizieren oder feiern, ist gemeinhin bekannt. Was die meisten nicht wissen: Wenn sie sich nicht daran halten und andere Bewohner ihre Mieter mindern, müssen sie möglicherweise den Mietausfall ersetzen.

Das hat das Amtsgericht Bremen entschieden (Az.: 17 C 105/10), wie die Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltverein (DAV) mitteilt.

In dem Fall hatte der Bewohner einer Mietwohnung seine Nachbarn massiv durch laute Musik, Geschrei und Türknallen belästigt. Die anderen Mietparteien kürzten schließlich die Miete um 20 Prozent. Die Vermieterin kündigte daraufhin dem Mieter und verklagte ihn, die von den Mietern einbehaltenen Beträge zu ersetzen.

Mit Erfolg: Die Vermieterin habe Anspruch auf Schadenersatz in Höhe der entgangenen Mietzahlungen, entschieden die Richter. Der Mieter habe die Pflicht verletzt, den Hausfrieden nicht zu stören. Das Verhalten des Mannes habe die anderen Mieter berechtigt, die Miete zu mindern. In Höhe der Mietminderungen sei der Klägerin ein entsprechender finanzieller Schaden entstanden.