Finanzierung

Grundsteuer kann für Mieter auch rückwirkend anfallen

Ziehen Mieter in einen gerade fertiggestellten Neubau ein, prüfen sie besser, ob die Grundsteuer schon in den Nebenkosten enthalten ist.

"Manchmal kann es eine Weile dauern, bis die zuständige Behörde den entsprechenden Bescheid ausgestellt hat", erklärt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Das könne im schlimmsten Fall sogar ein bis zwei Jahre dauern. Daher sei die Grundsteuer nicht immer von Anfang an Bestandteil der Nebenkosten. Im Bundesdurchschnitt beträgt die Grundsteuer für Mieter monatlich 20 Cent pro Quadratmeter. In der Nebenkostenabrechnung muss die Grundsteuer separat ausgewiesen werden.

Wenn der Vermieter den Bescheid von der zuständigen Behörde bekommt, hat er laut Mieterbund drei Monate Zeit, ihn an die Mieter weiterzureichen. Müssen Mieter laut Mietvertrag Grundsteuern zahlen, sind sie dann verpflichtet, ihren Anteil zu entrichten - im Zweifel auch rückwirkend. Daher sei es sinnvoll, Rücklagen zu bilden, wenn man eine Wohnung als erster Mieter bezieht und die Grundsteuer noch nicht in den Nebenkosten enthalten ist, empfiehlt Ropertz.

Die Grundsteuer ist eine der wichtigsten Einnahmequellen für die Städte. Allerdings weichen die Sätze stark voneinander ab: Während in Berlin das Pro-Kopf-Aufkommen der Grundsteuer bei rund 214 Euro liegt, betragen die Durchschnitts-Einnahmen in Brandenburg lediglich knapp 90 Euro - bezogen auf das Jahr 2009. Die höchste Pro-Kopf-Grundsteuer gibt es in Bremen mit jährlich rund 230 Euro.