Brände und Verletzungen

Silvester: Erst wird gefeiert, dann folgt der Rechtsstreit

Mit einem Feuerwerk begrüßen die Deutschen in der Silvesternacht das neue Jahr. Böller, Kracher und Raketen aber können bei falscher Handhabung zur Gefahr für Haus und Hof werden. Fehlverhalten kann ein juristisches Nachspiel haben. Darauf weist der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen hin.

Um die Gefahr für Leib und Leben, aber auch eines Wohnungsbrandes so gering wie möglich zu halten, rät der Verband den Mietern: "Schützen Sie Ihre Wohnung jetzt vor Brandgefahren. Entfernen Sie Möbel, Hausrat und andere brennbare Gegenstände von Balkonen und Terrassen." Fenster und Türen der Wohnung sollte man geschlossen halten, denn Feuerwerkskörper und Raketen seien "Sprengstoff".

Die Verwendung von Feuerwerk in Wohnungen sei grundsätzlich verboten. Auch ausreichenden Sicherheitsabstand sollte man halten - und bei Nichtbeachtung dieser Empfehlungen drohen dem Mieter möglicherweise rechtliche Nachteile.

Das Landgericht Magdeburg (Az. 9 O 1891/01) verurteilte einen Mann zur Zahlung von Schmerzensgeld, weil die Klägerin durch sein unsachgemäßes Hantieren mit einem Feuerwerk ein Auge verlor. "Der Beklagte hat mit seinem Verhalten ihm obliegende Sorgfaltspflichten verletzt. Er hat die Feuerwerksbatterie in einem Abstand von weniger als vier Meter zur Klägerin gezündet. Dieses Verhalten ist ihm im Sinne der Fahrlässigkeit vorwerfbar".

In einem anderen Verfahren hatte ein Wohnungsmieter in der Silvesternacht durch unbeaufsichtigtes Erhitzen von Fett in einem Fonduetopf auf einer Gasflamme einen Wohnungsbrand verursacht. Das Oberlandesgericht Frankfurt (Az. 7 U 113/04) sah in diesem Verhalten eine objektiv grob fahrlässige Herbeiführung eines Versicherungsfalles.

VNW-Sprecher Peter Hitpaß: "Gerade Mieter in Mehrfamilienhäusern sollten Silvester besondere Rücksicht auf ihre Mitmieter nehmen. Aufgrund der hohen Anzahl von Menschen innerhalb und außerhalb des Gebäudes besteht hier eine erhöhte Verletzungsgefahr".