Ratgeber

Energieberater decken Sparpotenziale im Eigenheim auf

Klimaschutz fängt schon zu Hause an: Verbraucher können bekanntlich etwas für die Umwelt tun, in dem sie Energie sparen. Das ist nicht immer einfach - immerhin müssen dafür einige Gewohnheiten geändert werden. Energieberater helfen dabei.

Für Verbraucher kann sich so eine Beratung lohnen: In einem Vierpersonenhaushalt ließen sich durch konsequentes Energiesparen mehrere Hundert Euro im Jahr einsparen, erklärt Birgit Holfert vom Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin.

Wo findet man aber gute Energieberater? "Der Markt für Energieberatungen ist ziemlich unübersichtlich" sagt Verbraucherschützerin Holfert. "Angebote gibt es bei den Verbraucherzentralen, aber auch von Energieversorgen, Städten und Gemeinden, Freiberuflern wie Architekten und Ingenieuren, Handwerken oder Umweltschutzverbänden. Entscheidend ist neben Preis und Qualität der Beratung vor allem die Unabhängigkeit des Beraters - sowohl von Herstellern und Produkten als auch einzelnen Gewerken." Nur so könnten Verbraucher sicher sein, dass die Beratung wirklich ihre Interessen im Blick hat und nicht von kommerziellen Interessen getrieben sei.

Was qualifiziert die Fachleute? "Das Berufsbild Energieberater ist nicht geschützt", sagt Holfert. Deshalb könne sich praktisch jeder als Energieberater bezeichnen. "Die Energieberater der Verbraucherzentrale benötigen einen Hochschulabschluss und sind in der Regel Architekten, Ingenieure oder Physiker. Seitens des Bundeswirtschaftsministeriums werden außerdem zwei Jahre Berufserfahrung im Bereich Energiesparen verlangt."

Wie findet man einen Energieberater vor Ort? "Neben den Verbraucherzentralen sind die Fachleute ab Mitte Dezember auf der Dena-Expertenliste zu finden.", erläutertet die Expertin. Außerdem gebe es eine Liste der Energieberater, die berechtigt sind, Förderanträge an die KfW Förderbank zu unterschreiben. Das sei für diejenigen interessant, die ein KfW-Effizienzhaus 70, 55 oder 40 oder ein Passivhaus bauen beziehungsweise kaufen möchten. Auch eine geförderte Baubegleitung sei dabei möglich.

Wonach erkundigen sich Verbraucher am meisten? Holfert: "Eigentümer und Mieter haben unterschiedlich großen Einfluss auf die energetische Situation ihrer Wohnung. Dementsprechend variieren die Themen. Für Eigenheimbesitzer stehen Fragen im Zusammenhang mit der Erneuerung der Heizungsanlage und Wärmedämmung ganz weit oben. Mietern helfen unsere Berater eher dabei, die eigenen Gewohnheiten zu überprüfen und durch ein energiesparendes Verhalten Kosten zu sparen. Auch geringinvestive Maßnahmen wie der Einbau programmierbarer Thermostatventile gehören dazu."

Was kann man durch eine Energieberatung sparen? "Die Potenziale sind oft enorm: Der Stromverbrauch in einem Vierpersonenhaushalt beträgt um die 5000 Kilowattstunden (kWh), kann jedoch mit einigen Sparmaßnahmen auf unter 3000 Kilowattstunden gesenkt werden", sagt die Verbraucherschützerin. "Das sind bei einem Strompreis von rund 22 Cent über 400 Euro im Jahr. Noch mehr Energie lässt sich durch bewusstes Heizen und Lüften und vor allem Dichtungs- und Dämmmaßnahmen sparen, denn die Heizkosten stellen den Großteil der Energiekosten der privaten Haushalte." Wie viel genau gespart werden könne, hänge jedoch von der individuellen Ausstattung des jeweiligen Haushalts und nicht zuletzt dem Verhalten seiner Bewohner ab.

Was kostet eine Energieberatung? Holfert: "Die Kosten hängen zum einen davon ab, wie detailliert und tiefgehend die Beratung erfolgen soll, zum anderen, ob die Leistung von Dritten bezuschusst wird. Die Skala reicht von der kostenlosen Stromsparberatung des Energieversorgers bis zur umfänglichen Sanierungsbegleitung durch einen selbstständigen Ingenieur, die mit mehreren Tausend Euro zu Buche schlägt." Eine halbstündige Beratung der Verbraucherzentrale koste fünf Euro. Für einkommensschwache Haushalte sei die Beratung kostenlos.

"Die Kosten hängen davon ab, wie detailliert und tiefgehend die Beratung erfolgen soll"

Birgit Holfert, Verbraucherzentrale