Lichterketten

Das Fenster zum Fest

Ein grauer Nieselschleier hängt über der Stadt. Bereits um 17 Uhr macht sich Dunkelheit breit. Enge Straßen wirken dann wie Schluchten, dunkle Fenster wie tote Augen. Wer jetzt unterwegs ist, will nur eins: Rein in eine warme, gemütliche Stube. "In dieser Zeit sind liebevoll dekorierte und beleuchtete Fenster ein Willkommensgruß - für Bewohner, die von der Arbeit nach Hause kommen, genauso auch wie für Gäste oder Passanten", sagt Sabine Schur von einer Hobbyfachhandelskette in Paderborn.

Praktische Acryl-Kugeln

Besonders gut machen sich in dieser Zeit Dekorationsobjekte, die selbst ein anheimelndes Licht verbreiten. "Im Trend sind seit einigen Jahren Acryl-Kugeln. Mittlerweile gibt es auch Kugeln mit einem Loch, die auf eine Lichterkette gesteckt werden können", sagt die Expertin. Dazu kann man auch Standardkugeln nehmen, die Aufhängung abzwicken und an der gleichen Stelle das Loch auf mindestens einen Zentimeter Durchmesser vergrößern.

Das funktioniert auch mit weihnachtlichen Acryl-Figuren wie Sternen, Stiefeln oder Weihnachtsmännern. Die Lichterkette wird einfach in den Hohlkörper gesteckt, dann geht es ans Dekorieren der Zimmer. "Acryl lässt sich gut bekleben. Besonders schön wirkt Naturpapier: Von innen beleuchtet, verbreitet es ein sehr gemütliches Licht", rät Gestaltungsexpertin Schur.

Jetzt muss nur noch die geschmückte Kette am Fenster befestigt werden. "Eine flexible Möglichkeit der Aufhängung sind Saugnäpfe mit kleinen Aussparungen", empfiehlt die Fachbuchautorin Moni Pfaff-Kern aus Worms. Sie werden direkt auf der Fensterscheibe befestigt. Die Kette kann dann in die Aussparungen geklemmt werden - fertig.

Wer allerdings keine Lichterketten mag, muss auf das trendige Material Acryl nicht verzichten: Mit Pailletten, Kunststeinen oder Goldstaub beklebt und mit einem transparenten Faden aufgehängt, werden die durchsichtigen Körper zur schwebenden Glitzerdekoration in der Wohnung. "Das Licht wird wunderschön gebrochen", sagt Expertin Pfaff-Kern. "Gleichzeitig verbreitet alles, was glitzert, eine romantische und zudem festliche Atmosphäre."

Dieser Effekt lässt sich auch noch mit anderen Basis-Materialien erzielen. "Sehr beliebt sind Faltarbeiten mit Papier wie Sterne in Origami-Technik", sagt Schur. Wer es jedoch edel mag, setzt dabei neben dem klassischen Rot und Grün auf die Farben Weiß, Silber und Gold und verziert noch die Kunstwerke mit Glitzerelementen. "Bei Mädchen und Frauen spielen auch Engelmotive eine wichtige Rolle - zum Beispiel mit schneeweißen Flügeln, die mit Federn und Strass beklebt sind."

Damit solche dreidimensionalen Dekorationen auch noch gut zur Geltung kommen, dürfen sie allerdings nicht an der Fensterscheibe anstoßen. "Am besten werden sie mit einer langen Schlaufe an der Vorhangstange aufgehängt", empfiehlt Petra Stubakow vom Bund der Meisterinnen und Meister der Hauswirtschaft (Hambergen).

Kristalle und Schneeketten

Für kleine Kinderhände sind Faltarbeiten aus Papier nicht ganz leicht zu bewältigen. Bei ihnen sind eher einfache Schnitttechniken angesagt. "Für Schneekristalle eignet sich mit Sternen bedruckter, weißer Weihnachtskarton besonders gut", sagt Pfaff-Kern. Mehrere Flocken reihen sich bei dieser Art der Gestaltung auf einem Transparentfaden aneinander und werden an der Gardinenstange befestigt.

Weniger statisch wird die Optik mit Hilfe von feinem Draht: Er wird zwischen den Kristallen leicht mal in die eine, mal in die andere Richtung gebogen, so dass keine gerade Reihe entsteht. Je mehr Schneeketten, umso dichter ist der Flockenwirbel am Fenster. Wer jedoch keine Gardinenstange hat, muss Papierarbeiten direkt am Fenster fixieren.

Das gilt auch für alle großflächigen Dekorationen wie Scherenschnittmotive aus Tonkarton und Transparentpapier oder Bordüren. Zur Befestigung kann zum einen ein transparenter Klebestreifen um den Finger zu einer Rolle geformt werden. Diese wird dann eben mit einer Seite an die Scheibe gedrückt. Auf die andere Seite kommt dann die Papierdekoration.

"Praktischer sind doppelseitige transparente Klebesticker. Sie lassen sich später ohne Rückstände wieder entfernen", so Stubakow. Saugnäpfe mit kleinen Drahtbügeln sind eine andere Möglichkeit. "Ihr Vorteil ist, dass das Papier in einem kleinen Abstand zur Scheibe gehalten wird", sagt Stubakow. Selbst wenn diese einmal "schwitzt", wellt oder verfärbt sich das Papier nicht. So können sogar Transparentsterne und Kartonbilder auch im kommenden Jahr wieder Freude machen - im Haus oder davor.