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Mietshaus statt Zinsen

Angebot Angesichts der Finanzkrise wollen mehr und mehr Bundesbürger ihr Geld in Immobilien retten. Doch weil das Angebot fehlt, schießen die Preise vor allem in den Metropolen durch die Decke. "Die Nachfrage ist zurzeit gar nicht zu bedienen. Es gibt Kunden, die wollen auf Teufel komm raus kaufen", berichtet der für Anlageimmobilien zuständige Manager Carsten Rieckhoff vom Maklerunternehmen Engel und Völkers.

Immobilien Die Angst um ihr Geld treibt Anleger in Immobilien: Staatsanleihen werden fragwürdiger, Aktienmärkte schwanken, Gold bringt keine Zinsen. Die Frage der Rendite wird dann nebenrangig. "In München liegt der Kaufpreis für Mehrfamilienhäuser zwischen dem 21 bis 25-Fachen der Nettokaltmiete, je nach Einzelobjekt auch höher", sagt Dirscherl. Traditionell rechnet die Branche dagegen nur mit der Zehn- bis Zwölffachen der Kaltmiete als Preis, die Rendite hat sich also halbiert auf etwa drei Prozent vor Steuern.

15 Prozent mehr Kapitalanleger im Vergleich zu Selbstnutzern sieht Berit Dirscherl von der HVB-Tochter Planethome aus München. Makler Trotz der mageren Verzinsung laufen die Geschäfte der Makler sehr gut, wenn da nicht ein Problem wäre: "Es fehlt an Objekten", sagt Rieckhoff. Weil es nicht genug "Zinshäuser" gibt, verschiebt sich die Nachfrage: "Es werden jetzt mehr Studentenheime verkauft. Oder der Kunde kauft mehrere Eigentumswohnungen, wenn es kein komplettes Haus gibt", sagt Dirscherl.

Zinshaus Trotz gestiegener Preise halten Eigentümer zurzeit stärker als üblich an ihren Anlagehäusern fest. Sie spekulieren aber nicht auf noch höhere Preise: "Das Problem ist die Wiederanlage", sagt Rieckhoff.

Schneller Das hat Auswirkungen auf die Käufer: "Interessant ist die Beobachtung, dass Immobilien, die schwer zu vermitteln waren, jetzt nach den Turbulenzen an den Börsen schneller verkauft werden. In Einzelfällen wurde selbst bei Problemimmobilien in den letzten Tagen sogar noch ein höherer Preis erzielt", sagt Dirscherl.