Umfrage

Wohnungsfirmen kümmern sich zu wenig um die Mieter

Die Wohnungsunternehmen in Deutschland bemühen sich noch immer nicht genügend um ihre Mieter. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der TTR Group. Trotz gestiegener Loyalität zu den jeweiligen Gesellschaften herrsche keine wirkliche Zufriedenheit unter den Mietern.

Die Frankfurter TTR Group hatte nach der ersten Studie im Vorjahr erneut mehr als 2600 Mieter von 25 großen Wohnungsgesellschaften zu ihrer Einstellung gegenüber ihrem Vermieter befragt.

Während die Gesamtzufriedenheit von einem Indexstand von 52,4 auf 51,2 Punkte leicht gefallen ist, stieg die Loyalität der Mieter im Jahresvergleich von 36,4 auf 42,3 Zähler. Von zufriedenen und loyalen Mietern könne man angesichts dieser Werte nicht sprechen, sagte Reinhard Potzner, Partner der TTR Group GmbH. Der gestiegene Loyalitäts-Index sei lediglich darauf zurückzuführen, dass es vielerorts schwerer geworden ist, eine vergleichbare Wohnung zu adäquaten Preisen zu finden. Für andere Branchen gehen die TTR-Berater erst bei Zufriedenheits- und Loyalitätswerten ab 70 (auf einer Skala von 1 bis 100) von einer erfolgreichen Kundenorientierung aus. Obwohl einzelne Unternehmen bereits große Anstrengungen in Richtung Kundenorientierung unternehmen, sei das aber in der Breite noch immer zu wenig, betonte Potzner.

Einen Wert von über 70 Punkten in der Gesamtzufriedenheit erreichte 2011 demnach keines der Wohnungsunternehmen. Das Ranking führt mit einem Wert von 66,0 die GGG Chemnitz an, gefolgt vom Vorjahressieger, der Berliner HOWOGE mit einem Wert von 63,8. Auf Platz drei folgt die Neuland in Wolfsburg mit 63,5 Punkten. Neun Wohnungsunternehmen erreichten nicht einmal 50 Punkte.

Während Berlin im Jahr 2010 unter den sechs untersuchten Regionen mit einem Zufriedenheitswert von 56,4 den Spitzenplatz einnahm, ist die Hauptstadt jetzt am deutlichsten zurückgefallen. Sie liegt mit 52,8 Punkten nur noch auf dem dritten Platz. Spitzenreiter ist die Region Ost mit 55,3 Punkten (Vorjahr: 53,4).