Ratgeber Recht

Ein Mieter muss in seiner Wohnung nicht wohnen

Mieter müssen in einer angemieteten Wohnung nicht wohnen. Sie dürfen dort auch Hausrat lagern und verkaufen, entschied der Bundesgerichtshof (Az. VIII ZR 93/10), wie der Deutsche Mieterbund mitteilt.

Denn das ist nach Ansicht der Richter noch keine geschäftliche Tätigkeit und damit kein vertragswidriger Gebrauch der Mietsache.

In dem Fall hatte der Mieter zwei Wohnungen gemietet. Neben seinem Hauptwohnsitz hatte er noch drei Zimmer, die er im Melderegister als "Nebenwohnung" bezeichnete. Hier lagerte er umfangreichen, teilweise ererbten Hausrat. Er bot die Gegenstände zum Verkauf an und empfing in der Wohnung Kaufinteressenten. Der Vermieter wollte das verbieten, weil die Räume "nicht als Wohnung" genutzt würden.

Der BGH erklärte, dass Mieter nicht verpflichtet seien, in ihrer Wohnung zu wohnen. Zudem sei die Existenz von Hausrat in einer Wohnung typisch für eine Wohnnutzung. Auf die Anzahl der Hausratgegenstände komme es nicht an. Überdies sei es dem Mieter unbenommen, die Gegenstände zu verkaufen.