Garten

Zäune im Selbstbausatz

Sie kommen nachts und meist im Dutzend: Immer öfter verlassen Wildschweinrotten ihre Reviere im Wald und durchwühlen Gärten in Wohngebieten. Stabile Zäune und geschlossene Mülltonnen sollen die Schwarzkittel fernhalten.

Aber auch aus anderen Gründen könnten sich Hausbesitzer in der pflanzenpflegefreien Zeit einmal um den Gartenzaun kümmern. Ihn selbst zu bauen, bedarf es dank vorgefertigter Elemente und Pfosten wenig handwerklichen Geschicks. Und auch der Werkzeugbedarf ist überschaubar: Neben Spaten, Zollstock, Hammer, Wasserwaage, Säge und Richtschnur sind Bohrmaschine und Schraubendreher hilfreich.

Etwas Fachkenntnis ist bei der Auswahl des Holzes gefragt, aber auch Metall kann ja eine Alternative sein. Da ein Holzzaun das gesamte Jahr hindurch der Witterung ausgesetzt ist, sollten Heimwerker eine robuste Holzart wählen. "Harthölzer sind sehr beständig, aber auch teuer", sagt Ralph Roufflair, Trainer an der DIY-Academy in Köln. Eine Druckimprägnierung bewahre dieses Material vor Verfall und Fäule.

Zunächst muss der spätere Zaunverlauf entlang des Umrisses des Grundstücks festgelegt werden. Der Umriss könne mit Hilfe der Grenzsteine nachvollzogen werden, rät Kai Warnecke von Haus & Grund Deutschland. In Neubaugebieten sei dies meist einfach, bei älteren, schon eingewachsenen Grundstücken könnten die Steine aber durchaus in einer Tiefe von bis zu einem halben Meter liegen. Warnecke rät immer zu einem Gespräch mit den Nachbarn über Zaunbau und Grenzverlauf. Das verhindere einen unangenehmen Nachbarschaftsstreit.

Der eigentliche Verlauf des Zauns werde mit einer Richtschnur verdeutlicht, die Position der Pfosten werde danach mit Hilfe eines Zollstocks festgelegt. Der Abstand zwischen den Pfosten sollte so gewählt werden, dass sich die Zaunelemente leicht anbringen lassen und das Holz gleichzeitig arbeiten kann, rät Roufflair.

Pfostenträger tief eingraben

Wer einen Holzpfosten einfach nur in die Erde rammt, muss damit rechnen, dass er nach absehbarer Zeit fault und kippt. "Diese Gefahr besteht selbst dann, wenn der Pfosten imprägniert ist", sagt Roufflair. Die Zaunpfosten sollten daher auf Träger gesetzt werden. Durch Metallwinkel in U- oder H-Form bekomme das Holz genügend Belüftung von unten.

Angeboten werden Pfostenträger zum Einbetonieren oder zum Einschlagen. Die Löcher für einzubetonierende Pfosten werden mit einem Spaten gegraben. Dazu hat Roufflair einen Tipp: "Einfacher geht es mit einer Scherenschaufel aus dem Baumarkt." Die Tiefe der Pfostenlöcher hängt von der späteren Belastung durch den Zaun ab. Für einen kleinen Vorgartenzaun reiche eine Tiefe von 50 bis 60 Zentimetern, große Sichtschutzelemente bräuchten wegen starker Windbelastungen mindestens 80 Zentimeter Tiefe.

Der Beton darf nicht zu flüssig in das Loch kommen. Lässt er sich zu einem Ball formen, hat er die richtige Konsistenz, sagt Roufflair. Die Träger werden anschließend mit Hilfe einer Wasserwaage und Richtschnur ausgerichtet. Der Beton sollte je nach Witterung zwischen 24 bis 48 Stunden trocknen. Danach werden die Pfosten auf die Pfostenschuhe geschraubt, und die Zaunelemente werden befestigt.