Hausmusik

Wenn Klavier und Trommeln die Stimmung vermiesen

Das Verhältnis von musizierenden Mietern und deren Nachbarn sowie dem Vermieter wird manchmal sehr strapaziert: Bei Tonleitern und Gesangsübungen hat der Vermieter einerseits die Aufgabe, seinen Mietern den vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung zu erlauben; dazu gehören auch Feiern und Musizieren. Andererseits muss er seine Mieter vor Lärmbeeinträchtigungen schützen. Darauf weist der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen hin.

Grundsätzlich darf der Mieter in seiner Wohnung musizieren, Radio hören und fernsehen, so der BGH (Az. V ZB 11/98). Der Mieter muss aber die Regelungen in der Hausordnung beachten. Die schreiben oft Ruhezeiten zwischen 20 und 7 Uhr vor. Während dieser Zeiten muss der Mieter bei allen Aktivitäten Zimmerlautstärke einhalten. Geräusche aus der Wohnung dürfen draußen kaum noch wahrnehmbar sein.

Ein Schlagzeuger darf laut Urteil des Landgerichts Freiburg (Az. 4 T 20/03) täglich zwei Stunden - je eine Stunde vormittags bzw. nachmittags - auf seine Trommeln dreschen. Ein Akkordeonspieler darf von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 22 Uhr täglich maximal eineinhalb Stunden in die Tasten greifen, so das Landgericht Kleve (Az. 6 S 70/90). Laut Landgericht Düsseldorf (Az. 22 S 574/89) darf ein Pianist seinen Flügel an Wochentagen nur bis 20 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen nur bis 19 Uhr traktieren.

"Der Vermieter gerät bei solchen Streitigkeiten oft zwischen die Fronten streitender Mieter", so der Verband. Beim Trompeten, Schlagzeugspielen und Singen ist Rücksichtnahme das oberste Gebot." Verstößt der Musiker gegen Vorschriften von Hausordnung oder Mietvertrag, drohen ihm empfindliche Konsequenzen: Der Vermieter ist berechtigt, einem Mieter zu kündigen, dessen Tochter, eine Musikstudentin, täglich anderthalb bis zwei Stunden Klavier spielte und zudem sang (Landgericht Düsseldorf, Az. 24 S 597/88).