Altersgerecht umbauen

Ein Bad ohne Hindernisse

Enge Türen, hohe Schwellen, viele Treppenstufen: Im Alter kann man in den eigenen vier Wänden auf viele Hindernisse stoßen. Doch damit muss man sich nicht abfinden. Für altersgerechte Umbauten in der Wohnung gibt es immer noch einige Fördermöglichkeiten.

"Es geht darum, das Wohnumfeld an die Einschränkungen, die im Alter auftreten, anzupassen, so dass der Betroffene möglichst lange komfortabel dort leben kann", erklärt Katrin Hodler von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungsanpassung (Hannover). Wichtig sei vor allem, Barrierefreiheit für die Bewohner zu schaffen - sprich Schwellen zu beseitigen, Stufen durch einen Lift oder eine Rampe überwindbar zu machen und die Türen so zu verbreitern, dass sie auch im Rollstuhl gut durchgängig sind.

Dazu kommen noch eine seniorengerechte Umgestaltung des Bades mit ebenerdiger Dusche, Haltegriffen und eventuell einem Badewannenlift - und kleinere Maßnahmen wie das Anbringen von Lichtschaltern auf Sitzhöhe. All das ist eben nicht billig: "Alleine der Umbau eines Bades kann 10 000 bis 15 000 Euro kosten, und ein Treppenlift schlägt mit 10 000 Euro ebenfalls ordentlich zu Buche", sagt Expertin Hodler.

Der Preis für eine Komplettsanierung nach altersgerechten Kriterien variiert je nach Ausgangslage in der Wohnung: Er kann moderat sein, jedoch auch im mittleren bis oberen fünfstelligen Bereich liegen. So viel Geld aufzubringen ist für viele ältere Menschen unmöglich. Aber da der Bedarf an altersgerechten Wohnungen mit der steigenden Lebenserwartung in Deutschland wächst, sind mittlerweile verschiedene Förderungen und Zuschüsse erhältlich, auch wenn der Staat sich zunehmend zurückhält.

So gewähren etwa die Pflegekassen Unterstützung in Höhe von bis zu 2557 Euro je Baumaßnahme. Auch von anderer Seite, etwa dem Sozialamt, dem Reha-Träger oder den kommunalen Wohnungsbauförderungsstellen, werden manchmal Gelder angeboten. Ist die maximale Fördersumme relativ niedrig, eignet sich die Finanzierungshilfe eher für Einzelmaßnahmen wie den Umbau einer Dusche.

Zuschüsse von der Pflegekasse

"Will man die Wohnung komplett altersgerecht gestalten und hat kein ausreichendes Eigenkapital, kann man beispielsweise einen Kredit der Förderbank KfW beantragen", erklärt Peter Burks, Autor eines Warentest-Ratgebers zum altersgerechten Umbauen. Mit bis zu 50 000 Euro würden Maßnahmen im Programm "Altersgerecht Umbauen" gefördert. Jedoch sei die Zahlung auch an strenge Standards gebunden: So müssten unter Umständen zentimetergenaue Vorgaben eingehalten werden, was oft in manchen Wohnungen überhaupt nicht möglich ist.

"Entspricht der fertige Umbau nicht den Standards - und das können Kleinigkeiten wie ein ungenauer Niveauausgleich sein - kann es sein, dass der Bauherr den Kredit nicht erhält", warnt Experte Burks. Aber: Das Programm soll womöglich eingestellt werden.

Wer beim Kredit zweifelt - ob man ihn bekommt oder nicht und ob man ihn abzahlen kann - der sollte einfach frühzeitiger umbauen. Denn mit steigendem Alter erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Hausbank den Kredit nicht mehr bewilligt, weil man von einer geringen Rente Darlehenszinsen und -tilgung nun einmal schlechter bezahlen kann.

In jedem Fall sollte man sich vor der altersgerechten Sanierung von einem Experten beraten lassen. Der kann dann genau ermitteln, welche Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen im konkreten Fall auch sinnvoll sind. "Manchmal kann man schon mit geringem Aufwand viel bewirken", erklärt Irmtraud Swoboda vom Verband Privater Bauherren. So genüge es manchmal, nur Möbel umzustellen, um einem Gehbehinderten die Fortbewegung in seiner Wohnung zu erleichtern.

"Wenn der Umbau hingegen so aufwendig ist, dass die Kosten in den Himmel schießen, ist es oft sinnvoller, sich nach einer Wohnung umzusehen, die bereits altersgerecht umgestaltet worden ist", empfiehlt Swoboda. Dies gilt besonders, wenn man zur Miete wohnt, schließlich investiert man hier in fremdes Eigentum und hat im Fall des Auszugs kein Anrecht auf Rückvergütung der Kosten. Will man dennoch umbauen, sollte man dies unbedingt in Absprache mit dem Eigentümer tun. Er kann aber in der Regel kein Veto einlegen (siehe Infokasten).

Bund streicht seine Fördermittel

Die KfW-Förderbank wird im nächsten Jahr allerdings keine Zuschüsse zum altersgerechten Umbau von Häusern und Wohnungen mehr ausgeben. Diese wurden jetzt von der Bundesregierung gestrichen. Darauf weist die Landesberatungsstelle Barrierefreies Bauen und Wohnen in Mainz hin. Wer plant, seine Immobilie etwa mit einem barrierefreien Bad oder einem ebenerdigen Zugang in das Gebäude aufzurüsten, sollte schnell noch bis Dezember die KfW-Fördermittel dafür bei seiner Hausbank beantragen. Noch stünden dafür Gelder zur Verfügung. Die geplanten Umbaumaßnahmen sollten dann allerdings auch innerhalb eines Jahres umgesetzt werden.