Immobilien-Telefon: Rat für Mieter

Muss Trinkwasser kalt sein?

Ich lebe in einer Altbau-Mietwohnung und habe Probleme mit dem Trinkwasser. Eigentlich soll es ja kalt aus der Leitung kommen, bei mir ist es im Sommer aber 24 bis 27 Grad warm. Was kann ich dagegen tun? Der Vermieter sagt zum Thema Mietkürzung einfach nur, dass eine Mietminderung die Mängel nicht behebe...

Viktor S., Berlin

"Warmes" Kaltwasser stellt einen Mietmangel dar. Wärmer als 15 Grad Celsius darf kaltes Wasser nicht sein. Es ist nicht normal und ein Mangel, wenn nicht innerhalb kürzester Ablaufzeit das Trinkwasser ausreichend kühl aus der Leitung herausläuft.

Wenn Sie in Ihrer Mail schildern, dass das Wasser "in der wärmeren Jahreszeit anscheinend so lange in einem sonnenbeschienenen Bereich der Leitung" steht, dann ist das doch schon ein Hinweis, den Sie Ihrem Vermieter für seine Mängelbeseitigung mit auf den Weg geben könnten.

Analog zur Rechtsprechung zu nicht ausreichend warmem Wassers wird man dies postulieren können: Es stellt einen Mietmangel dar, wenn das Wasser länger als 17 Sekunden bei einem Wasserverbrauch von mehr als vier Litern braucht, um auf die normale kühle Temperatur von unter 15 Grad Celsius zu gelangen. So hat dies in einem umgekehrten Warmwasserfall im März 2004 einmal das Amtsgericht Schöneberg (Az. 17 C 425/02) entschieden. Wenn Sie in Ihrer Mail schreiben, dass das Leitungswasser "erst nach einigen Minuten Laufens kühler wird", dann ist das auf jeden Fall ein Mangel.

Diesen Mangel muss der Vermieter beseitigen. Und solange der Mangel anhält, ist eine Mietminderung natürlich möglich. Sehr hoch dürfte sie allerdings nicht ausfallen: Je nach Länge und Dauer des "Warm"wasservorlaufs sollte sie zwischen drei und zehn Prozent der Warmmiete betragen.

Frank Maciejewski Rechtsanwalt beim Berliner Mieterverein