Finanzamt

Vergebliche Kaufbemühungen begründen keine Werbungskosten

Wer eine Immobilie vermietet oder verpachtet, kann einen großen Teil der dabei entstehenden Auslagen als Werbungskosten geltend machen. Das ist ein finanzieller Trost, wenn sich die Geschäftsidee als nicht so erfolgreich erweist wie gedacht.

So kann der Vermieter wenigstens seine Steuerlast mindern. Dass man sich nicht darauf verlassen darf, musste nach LBS-Auskunft der Leidtragende eines gescheiterten Grundstücksgeschäfts vor dem Bundesfinanzhof (Az. IX R 37/09) erfahren.

Der Kauf zweier unbebauter Grundstücke erwies sich für die Erwerber als großer Fehler. Sie hatten 35 000 Euro bereits bezahlt und warteten nur noch auf die Eintragung im Grundbuch. Doch zwischenzeitlich war gegen den Verkäufer ein Insolvenzverfahren eingeleitet worden und der Insolvenzverwalter verweigerte seine Zustimmung zum Geschäft. Die geprellten Käufer versuchten wenigstens, die Anschaffungskosten sowie andere damit verbundene Auslagen (zum Beispiel Notargebühren) als Werbungskosten geltend zu machen.

Das Finanzamt verweigerte dies. Zwar könne man prinzipiell auch vorab entstandene Werbungskosten berücksichtigen, doch hier fehle der zwingend erforderliche wirtschaftliche Zusammenhang zwischen den Ausgaben und der später eventuell möglichen Einkunftsart.

Der Bundesfinanzhof gab im Revisionsverfahren den Finanzbehörden und dem vorgeschalteten Finanzgericht Recht. Von Werbungskosten könne hier keine Rede sein, auch nicht von vorweggenommenen Werbungskosten. Es handle sich bei diesen Aufwendungen für Grund und Boden um eindeutige Anschaffungs- und Anschaffungsnebenkosten, entschieden die obersten deutschen Finanzrichter und sprachen damit das letzte Wort in dieser Angelegenheit.

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