Versicherung

Keine grobe Fahrlässigkeit: Öl auf Herd vergessen

Wer durch mangelnde Sorgfalt beim Kochen einen Hausbrand verursacht, haftet nicht automatisch. Das hat der BGH (Az. VI ZR 196/10) klargestellt. Ein Mieter hatte durch heißes Öl auf dem Herd einen Hausbrand verursacht.

Der BGH sah keine grobe Fahrlässigkeit darin, dass der Mann den Topf auf dem Feuer zeitweilig vergessen hatte. Die Feuerversicherung wollte von dem Mieter 147 000 Euro Schaden ersetzt haben. Die Klage wurde abgewiesen.

Der Brand ereignete sich 2007. Ein Mieter hatte sich frittierte Kartoffelbällchen zubereiten wollen und dazu einen Topf mit Öl und Frittiereinsatz auf den Herd gestellt. Während er das Öl erhitzte, ging er ins Nebenzimmer und zappte durch die Fernsehprogramme. Das Öl auf dem Feuer vergaß er dabei für 15 Minuten. Durch Überhitzung fingen Küchenzeile, Dachstuhl und schließlich das ganze Haus Feuer.

Die Versicherung verklagte den Mann auf Regress - wegen grob fahrlässigen Handelns. Der BGH jedoch wertete das Verhalten des Mannes nur als "Augenblicksversagen" und nicht etwa als grobe Fahrlässigkeit, für die er dann hätte haften müssen.