Energie

Elf Tipps gegen steigende Heizkosten

Heizkosten sparen - das ist das große Thema des nahenden Winters: Um sie zu senken, haben sich 36 Prozent der Deutschen vorgenommen, mehr zu kuscheln, hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Marplan ergeben.

Doch die Nähe zum Partner allein wird die Folgen von Frost und Schnee nicht abfedern können. Schon jetzt laufen die Heizungen auf Hochtouren, und viele Verbraucher denken mit einem unguten Gefühl an die nächste Heizkostenabrechnung. Vor allem Haushalte, die mit Öl heizen, müssen sich auf einen kräftigen Anstieg der Kosten einstellen. Doch wer effektiv heizt, kann auch kräftig sparen - egal ob er Heizöl, Erdgas oder Fernwärme nutzt.

Zu den wirksamsten Maßnahmen, die jeder leicht selbst umsetzen kann, gehören individuell auf die Wohnräume eingestellte Temperaturen, entlüftete Heizkörper, genügend Abstand der Möbel zur Heizung und optimales Lüften, heißt es im "Landesprogramm Zukunft Altbau". Bei einem durchschnittlichen Altbauhaushalt könne das monatlich bis zu 25 Euro und mehr einsparen, ohne den Wohnkomfort zu senken, sagt Claudia Rist, die das Programm in Baden-Württemberg leitet. Die elf Tipps des Portals Heizspiegel.de zeigen, wie es geht:

1. Richtige Raumtemperatur: Jedes Grad weniger spart rund sechs Prozent Heizkosten. Senkt man in bewohnten Räumen die Temperatur etwa von 23 auf übliche 20 Grad, reduzieren sich die Heizkosten um 15 bis 20 Prozent. Im Wohnzimmer reichen zumeist 20 Grad, im Schlafzimmer auch 16 und in der Küche 18 Grad. Nur im Bad können es dafür wohlige 22 Grad sein. Nachts und bei längerer Abwesenheit kann die Temperatur weiter heruntergedreht werden. Morgens wiederum sollte die Heizung eine halbe Stunde vor den Bewohnern "aufwachen".

2. Halten Sie Fenster und Türen dicht: Kunststoffdichtungen in Fenstern und Türen werden im Laufe der Zeit porös und damit undicht. Füllen Sie Spalten einfach mit Schaumdichtungsband oder Gummidichtungen aus dem Baumarkt.

3. Vermeiden Sie Wärmestau an Heizkörpern: Möbel oder Gardinen vor den Heizkörpern verhindern, dass die Wärme ungehindert in den Raum geht. Die Heizung muss dann mehr arbeiten, als eigentlich nötig wäre. Um das zu unterbinden, reichen rund 20 Zentimeter Abstand zwischen Heizkörper und Möblierung aus.

4. Lassen Sie Ihre Heizung regelmäßig prüfen: Schon eine geringe Ablagerung von Ruß und ein nicht optimal eingestellter Brenner verursachen unnötige Kosten. Auch ein hydraulischer Abgleich der Heizanlage spart Energie und Geld. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Installateur nach dieser Optimierungsmaßnahme.

5. Behalten Sie den Durchblick: Nur wer den eigenen Verbrauch kennt, kann dauerhaft Energie sparen. Ein Heizgutachten zeigt Ihnen, ob Ihre Heizkostenabrechnung zu hoch ist und woran es liegt, wenn Sie zu viel verbrauchen.

6. Machen Sie nachts die Schotten dicht: Vor allem ältere Fenster sind oft noch schlecht isoliert. Deshalb ist es sinnvoll, Rollläden - sofern vorhanden - schon kurz nach Einbruch der Dunkelheit herunterzulassen. So geht deutlich weniger Wärme verloren.

7. Entlüften Sie die Heizung: Gluckst es im Heizkörper? Luft im Heizungssystem verhindert die gleichmäßige Verteilung der Wärme. Mit einem Entlüfterschlüssel aus dem Baumarkt sollte man das Ventil öffnen und die Luft entweichen lassen, bis das Ventil zu tropfen beginnt.

8. Heizen Sie nicht die Wände: Eine Isolationsschicht hinter dem Heizkörper senkt den Wärmeverlust über die Außenwand. So lassen sich Wärmeverluste reduzieren. Entsprechende Dämmfolien gibt es ebenfalls im Baumarkt.

9. Gönnen Sie Ihrer Heizung eine Pause: Stellen Sie Ihre Heizkörper auf die Frostschutz-Stufe, wenn sie nicht gebraucht werden. Mit elektronischen Thermostatventilen lassen sich die Heizzeiten programmieren und etwa 15 Prozent an Heizenergie einsparen.

10. Achten Sie auch auf die versteckten Kosten: Häufig werden die Heiznebenkosten anstandslos hingenommen. Dabei machen die Ausgaben für das Ablesen, das Warten und den Betriebsstrom der Heizung zehn bis 20 Prozent der gesamten Heizkosten aus.

11. Auch das Lüftungsverhalten der Wohnungsbewohner hat eine große Auswirkung auf die Heizkostenrechnung. Kurze, dafür aber große Lüftaktionen wie Stoß- oder Querlüften sind empfehlenswert. Durch die weit geöffneten Fenster wird die feuchtwarme Wohnungsluft dann schnell ausgetauscht, ohne dass die Innenwände auskühlen. Drei mal täglich mehrere Minuten Stoßlüften reicht aus. Vorher sollten die Thermostatventile aber geschlossen werden.