Sanierung

Zehn Tipps für ein Dach ohne Schwachstellen

Kein anderer Gebäudeteil ist so stark der Witterung ausgesetzt wie das Dach. Auch bei regelmäßigen Checks und schnellen Reparaturen kleinerer Schäden werden an jedem Hausdach irgendwann größere Sanierungen fällig. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall gibt zehn wichtige Tipps.

1. Dacheindeckung : Nach 30 bis 50 Jahren muss man eine Deckung aus Dachsteinen oder Tonziegeln erneuern. Nur Schiefer bringt es auf eine außergewöhnlich lange 100 Jahre und mehr. Als kostengünstige Alternative zur Neueindeckung wird oft eine Reinigung und Beschichtung der Dachpfannen angeboten. Dabei handelt es sich jedoch eher um Kosmetik als Sanierung - auf alten Dächern hält die Beschichtung meist nicht lange.

2. Dämmschicht : Ist das Dach bisher noch "ohne", bietet eine Neueindeckung die Chance einer Dämmschicht von außen. Empfehlenswert ist die Aufsparrendämmung als geschlossene Hülle fürs ganze Dach. Muss man nicht abdecken, passt die Dämmung auch von innen unter oder zwischen die Sparren. Bleibt das Dach unbewohnt, muss nach der Energieeinsparverordnung bis Ende 2011 die oberste Geschossdecke gedämmt sein.

3. Schornstein : Witterungsbedingte Schäden an Schornsteinmauerwerk und Anschlüssen müssen sofort professionell beseitigt werden, sonst droht Durchfeuchtung in Dämmschicht oder Dachstuhl. Besonders anfällig ist die Blecheindeckung.

4. Dachüberstand : Der Vorsprung an Ortgang und Traufe schützt Fassade, Türen und Fenster vor Witterungseinflüssen, aber auch vor zu viel Sonne und Hitze in den Räumen. Dachüberstand kann man erweitern, indem man die Sparren verlängert. Das kann beispielsweise bei einer Fassadendämmung nötig werden, wenn dadurch die Außenwand erheblich stärker wird.

5. Dampfsperre : Dampfsperr- oder Dampfbremsfolien (aus Polyamid oder Polyethylen) verhindern, dass Feuchtigkeit aus dem Dachraum in die Dämmschicht dringt, sie schädigt und tragende Konstruktion angreift. Dampfbremsen müssen luftdicht mit Spezialband verklebt werden. Größte Sorgfalt ist auch bei Anschlüssen an Fenster, Gaube oder anderen Bauteilen geboten, um Wärmebrücken zu verhindern. Sonst bildet sich dort Kondenswasser - Schimmelpilz-Gefahr.

6. Steckdosen : Wird ein Dach zum Wohnraum ausgebaut, sind mehr Steckdosen nötig, doch viele Bauherren denken zu spät daran. Wer Steckdosen erst einsetzt, wenn alles gedämmt und abgedichtet ist, muss akribisch verklebte Dampfsperrfolien zerschneiden und produziert Luftlöcher. Dann zieht es durch die Steckdose, entstehende Wärmebrücken können Schimmel nach sich ziehen. Rechtzeitig vor dem Ausbau planen: Der Platz hinter der Verkleidung der Innendämmung lässt sich gut für die Leitungs-Installationsebene nutzen.

7. Dachflächenfenster : Mehr Licht und Wärmeschutz sind die häufigsten Gründe für neue Fenster. Beim Eins-zu-eins-Tausch ersetzt man einfach alte Fenster durch neue in selber Größe, aber mit aktueller Wärmeschutzverglasung. Das reduziert die Energieverluste um die Hälfte. Aufwendiger, aber oft lohnend ist es, die Glasfläche durch größere Fenster zu erweitern. Faustregel: Mindestens zehn Prozent der Raumgrundfläche sollten verglast sein. Nach unten verlängerte Fenster bieten noch mehr Licht und Ausblick. Auch wichtig: Sonnenschutz nicht vergessen.

Sägemehl als Warnzeichen

8. Dachstuhl : Feuchte von außen (bei undichter Deckung) oder innen (bei Dämmfehlern) bedroht langfristig die tragende Dachkonstruktion. Schlimmstenfalls kommt es zum Befall mit Hausschwamm. Warnzeichen sind Risse in Pfetten oder Balken, gelöste Teile oder Sägemehl. Bei umfassenden Schäden kann eine Neukonstruktion nötig sein. Sonst reicht es, marode Holzteile auszutauschen oder die Sparren zu verstärken - am besten von außen bei abgedecktem Dach.

9. Gauben : Alte Gauben sind oft sehr klein, bei der Dachsanierung bietet sich ein Austausch an. Praktisch sind moderne Fertiggauben, die einfach vor Ort aufgesetzt werden. Aber: Da Gauben das äußere Erscheinungsbild des Hauses verändern, sind sie genehmigungspflichtig. Auch hier gilt: Die Anschlüsse der Gauben ans Dach müssen sehr sorgfältig verarbeitet werden, damit keine Wärmebrücken entstehen.

10. Antenne : Zur regelmäßigen Wartung des Daches gehört es auch, die Befestigung der Antenne zu überprüfen. Nach jedem Sturm ist ein Extra-Check nötig. Wie Entlüftungen oder Schornsteine sind Antennendurchführungen Bauteile, die den Dachaufbau von innen nach außen durchdringen - und damit mögliche Schwachpunkte. Deshalb ist die sorgfältige Verklebung der Dampfsperrfolie um das Antennenrohr entscheidend für die Luftdichtigkeit.