Immobilien-Telefon: Rat für Eigentümer

Gegen den Beschluss vorgehen?

15 Jahre lang wurden die Heizkosten in unserer Eigentumswohnungsanlage ohne Probleme immer pauschal abgerechnet. Jetzt aber soll jeder Wärmefühler an seinen Heizkörpern anbringen, hieß es bei der Versammlung. Kann ich mich dagegen wehren, wenn die Eigentümer-Mehrheit die Wärmefühler beschlossen hat?

Friedrich L.

Das Anbringen von Wärmezählern ist seit Inkrafttreten der jüngsten Heizkostenverordnung gesetzlich vorgeschrieben. Das ist also Pflicht, und weder können Sie noch kann die ganze Eigentümergemeinschaft dies verweigern. Sie haben also nicht die Möglichkeit, sich dagegen zu wehren - weil solche Wärmemengenzähler schlicht und einfach beschlossen werden müssen. Das Installieren ist in mancher Eigentumsanlage auch ohne Beschluss möglich.

Also: Hätten Sie und andere, denen die alte pauschale Abrechnungsart auch gefallen hat und denen die Kosten der Wärmefühler missfallen, jetzt einen Beschluss in der entgegengesetzten Richtung initiiert und vielleicht sogar mit Mehrheit durchgesetzt, dann stünde dieser Beschluss auf wackligen Beinen. Weil Sie und die Mehrheit dann gegen das Gesetz verstoßen hätten, könnte jede noch so kleine Minderheit Ihrer Miteigentümer vors Gericht ziehen und dort Ihren Beschluss für ungültig erklären lassen. Solche Entscheidungen gibt es übrigens schon vielfach.

Ebenso wäre auch ein entsprechender gerichtlicher Vorstoß gegen den gerade gefassten Pro-Wärmezähler-Beschluss zum Scheitern verurteilt. Und wenn Sie schon ans Geld denken, dann sollten Sie dieses nicht in einen aussichtslosen Gerichtsakt investieren - denn als Verlierer würden Sie nur noch extra die Kosten des Verfahrens zahlen müssen. Und das ist deutlich teurer als die Installation neuer Wärmemengenfühler.

Peter Ohm Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (Berlin)