Immobilien-Telefon: Rat für Mieter

Was tun gegen Schimmelbefall?

Meine Tochter hat eine Wohnung bezogen, in der es vorher offensichtlich viel Schimmelbefall gegeben hatte. Ich hatte ihr noch gesagt, sie solle sich im Mietvertrag die Schimmelpilzfreiheit des Hauses schriftlich geben lassen, doch in der Unterschrifts-Hektik hat sie dies leider vergessen. Was kann man da jetzt noch tun?

Eine Mieterin aus Moabit

Dass eine Wohnung schimmelpilzfrei ist, muss man nicht eigens in einen Mietvertrag hineinschreiben, auch wenn es vorher dort mal Schimmelbefall gegeben hat. Gemäß § 535 BGB hat der Vermieter die Wohnung während der Mietzeit in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten. Der Mieter kann also verlangen, dass Feuchtigkeitsschäden dauerhaft beseitigt werden. Für diese Mängelbeseitigung reicht ein optisches Kaschieren durch Malerarbeiten nicht aus.

Sollte es doch wieder zu Schimmelpilzbefall kommen, gilt: In schwerwiegenden Fällen kann eine fristlose Kündigung des Mieters gerechtfertigt sein. Ansonsten steht dem Mieter ein Mietminderungsrecht zu, wenn ein Mangel die Tauglichkeit der Wohnung zum "vertragsmäßigen Gebrauch" herabsetzt oder ausschließt. Dazu müsste man dann dem Vermieter den Mangel anzeigen.

Bis zu welchem Betrag der Mieter bei Schimmelpilzbefall die Miete senken kann, hängt vom Einzelfall ab. In der Rechtsprechung sind Minderungen von zehn bis 80 Prozent anerkannt worden. Entscheidend für die Höhe der Minderung sind der Umfang des Schadens, die Anzahl der betroffenen Räume und die Höhe der Miete.

Kommt es zum Streit zwischen Vermieter und Mieter wegen der Verantwortung für Schimmelpilzbefall in der Wohnung, dann ist vor Gericht von entscheidender Bedeutung, wer wofür darlegungs- und beweispflichtig ist. Wenn aber bei Ihnen ein früherer Schimmelpilzbefall schon bekannt ist, dürfte diese Frage für Sie weniger von Bedeutung sein.

Frank Maciejewski Rechtsanwalt beim Berliner Mieterverein