Recht

Mieterbund: Kosten für Legionellen-Tests sind Vermietersache

Die neuerdings vorgeschriebenen regelmäßigen Legionellen-Tests in großen hauseigenen Warmwasser-Anlagen sorgen für Diskussionen.

Nach Ansicht des Deutschen Mieterbundes (DMB) müssen Mieter für die Untersuchungen nicht zahlen: "Es gibt keine Rechtsgrundlage für eine Umlage dieser Kosten auf Mieter", sagte DMB-Direktor Lukas Siebenkotten. Damit widersprach er Aussagen von Immobilien-Eigentümerverbänden. Diese hatten erklärt, die Kosten für Legionellen-Tests könnten auf die Mieter abgewälzt werden.

"Die von Vermieterseite vertretene Rechtsauffassung ist aus unserer Sicht falsch. Die Kosten der Trinkwasseruntersuchung muss der Vermieter selbst zahlen", betonte Siebenkotten. Weder Trinkwasser- noch Betriebskostenverordnung erlaubten die Weitergabe dieser Kosten an die Mieter, weshalb sie nicht in die normale Betriebskostenabrechnung eingestellt werden dürften. Geschieht dies doch, sollten Mieter nicht zahlen und den Mieterverein einschalten.

Seit dem 1. November schreibt die deutsche Trinkwasser-Verordnung Vermietern vor, größere Warmwasser-Aufbereitungsanlagen jährlich auf eine Verseuchung mit Legionellen zu prüfen - einem Bakterium, das in warmem Wasser gedeiht und beim Menschen die gefährliche Legionärskrankheit auslösen kann. Die Kosten beziffern Vermieter- und Mietervertreter auf etwa 150 bis 250 Euro pro Jahr und Mehrfamilienhaus.

( AFP )