Pflanzen

Ab ins Winterquartier

So langsam ist die Freiluftsaison für exotische Kübelpflanzen und andere Gewächse vorbei. In einem kühlen, nicht zu dunklen Quartier beginnt für sie die Winterruhe. Und dies benötigt etwas Vorbereitung.

Ein Minimum an Pflege brauchen die Pflanzen jedoch auch dort: Regelmäßiges, aber mäßiges Gießen und ab und zu Lüften sind die Grundlagen dafür, dass die Pflanzen den Winter gut überstehen - vorausgesetzt, es treiben keine Schädling unerkannt ihr Unwesen. "Die Gefahr im Winterquartier ist, dass man zu selten und nicht genau genug nachsieht", warnt Martin Hommes vom Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen: "Werden die Schädlinge dann entdeckt, haben sie sich oft schon stark vermehrt." Gerade in engen Räumen hat eine befallene Pflanze schnell das ganze Quartier angesteckt.

Damit das nicht passiert, müssen alle Gewächse möglichst wöchentlich gründlich kontrolliert werden. "Die häufigsten Winterschädlinge sind alle Arten von Schildläusen. Dazu zählen Deckelschildläuse, Wollläuse und andere", erläutert Tanja Ratsch vom Exoten-Spezial-Handel "Flora Toskana" in Nersingen. Palmen, Zitrusgewächse und Oleander sind besonders anfällig.

Kleine Tierchen sitzen auf den Blattunterseiten, ab und zu sind sie auch an den Zweigen zu finden. Spinnmilben sind am besten mit der Lupe zu erkennen. "Auf der Blattoberseite zeigen sich leichte Aufhellungen. Auf der Unterseite finden sich die feinen Gespinste und die Milben", sagt Karin Falch von der Gartenakademie in Saarbrücken. Spinnmilben fühlen sich besonders wohl in Quartieren mit mehr als 15 Grad sowie trockener Erde und Luft. "Achten Sie deshalb darauf, ihre Schützlinge nicht austrocknen zu lassen", rät Tanja Ratsch. Es darf aber nicht zu feucht sein.

Gegen trockene Heizungsluft helfen regelmäßiges Übersprühen oder Wasserwannen, die zur Verdunstung aufgestellt werden. Außerdem tut ab und zu gründliches Lüften gut. Die Außentemperaturen dürfen dann allerdings nicht unter null Grad liegen.

Die nächsten Schädlinge sind die Blattläuse, sie werden meist erst wieder gegen Winterende aktiv und stürzen sich dann auf die frischen, jungen Blätter und Triebe zum Beispiel von Hibiskus, Fuchsien und Geranien.

Neben der gezielten Kontrolle sind Gelbtafeln ein gutes Hilfsmittel, um Schädlinge frühzeitig zu erkennen. "An der Leimbeschichtung der Tafeln bleiben die Tierchen hängen", erklärt Ratsch. Zum einen ist das ein Alarmzeichen. Zum anderen sind die festklebenden Exemplare dann bereits unschädlich gemacht. "Wenn man Schädlinge rechtzeitig erkennt, kann man sie meist noch mechanisch entfernen. Auch Rückschnitt ist je nach Pflanzenart möglich", erklärt Hommes: "Ansonsten müssen Kontaktmittel wie Seifen- oder Ölpräparate genutzt werden."

Giftfreie Hausmittel

Für jeden Schädling gibt es spezifische Bekämpfungsmittel. Gegen Schildläuse und Blattläuse haben sich giftfreie Hausmittel bewährt. "Mischen Sie 20 Milliliter Brennspiritus und 15 Milliliter Schmierseife in einen Liter Wasser. Gut schütteln und die Schädlinge tropfnass einsprühen", empfiehlt Ratsch. Der Spiritus löst die Chitinhüllen der Tiere an, sodass die Schmierseife eindringen kann, die sie austrocknet. Zurück bleiben die Hüllen. Umstehende Pflanzen werden am besten gleich mitbehandelt", rät Hommes. Außerdem müssen vertrocknete Blätter und Unkraut im Pflanzgefäß sorgsam entfernt werden. Das Tückische an Schildläusen ist: Durch ihre Ausscheidungen siedeln sich im Handumdrehen Pilze wie Rußtau an: "Dann ist notfalls eine vorübergehende Einzelbehandlung der betroffenen Pflanze nötig." Die Schädlinge werden an einem separaten Standort bekämpft, und der Honigtau beziehungsweise Rußtau wird abgewaschen.