Urteil

Raumtemperatur sollte nachts nicht unter 18 Grad Celsius fallen

Die Raumtemperatur in einer Wohnung sollte nachts nicht unter 18 Grad absinken. Mit dieser Empfehlung des Landgerichts Wuppertal verständigten sich Beteiligte eines Zivilprozesses um die angemessene Raumtemperatur einer Mietwohnung außergerichtlich.

Die Richter empfahlen die von dem klagenden Solinger Ehepaar geforderte nächtliche Mindest-Raumtemperatur von 18 Grad als "Sollmaßstab". Der beklagte Vermieter will nun zusammen mit einem Sachverständigen die Heizanlage jenes Mehrfamilienhauses noch einmal prüfen lassen.

Das Ehepaar war vor Gericht gezogen, weil nach seiner Darstellung die Raumtemperatur der Altbauwohnung in drei Nächten im Januar/Februar 2011 trotz voll aufgedrehter Heizungsventile auf bis zu 14 Grad abgesunken war. Der Vermieter zweifelt dies an.

Mit dem "Sollmaßstab" von 18 Grad schloss sich die Kammer der Auffassung anderer Landgerichte in vergleichbaren Fällen an. Eine abschließende höchstrichterliche Entscheidung zu der Frage, wie warm eine Wohnung nachts zu sein hat, gibt es bislang allerdings nicht.

Nach Ansicht der Wuppertaler Richter sollten Zentralheizungen trotz der allgemein üblichen nächtlichen Herabsenkung der Betriebstemperatur so eingestellt werden können, dass auch nachts wenigstens 18 Grad für jene Bewohner, die dies wünschten, erreicht werden könnten.

Ein vor Gericht gehörter Sachverständiger merkte an, der Betrieb von Zentralheizungen in Altbauten sei nicht unproblematisch, weil diese Gebäude im Winter schneller auskühlten als Neubauten. Eine nächtliche Raumtemperatur von 18 Grad sei zwar durch mehrfaches Einschalten der Heizungspumpe, unter Umständen aber nur durch den Komplettverzicht auf eine Nachtabschaltung möglich.