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Wann sich Sanieren auszahlt

Wohngebäude verursachen mehr CO2-Emissionen in Deutschland als die Industrie. Hauptschuld tragen Immobilien, die mehr als 25 Jahre alt sind: So verbraucht ein nicht saniertes Haus nach Angaben der Planethome AG etwa dreimal so viel Energie wie ein Neubau. Abhilfe schafft die energetische Sanierung - aber die Amortisation soll bitte nicht zu lange dauern, ergab eine Trendstudie von Planethome.

So würden 46 Prozent der Befragten das nötige Kapital für Dämmung der Wände, neue Fenster und eine moderne Heizungsanlage investieren, wenn sich der Schritt nach sechs bis zehn Jahren finanziell rentieren würde. Knapp ein Drittel erwartet und erhofft schwarze Zahlen durch grüne Maßnahmen schon binnen fünf Jahren.

Für 14 Prozent wäre es noch in Ordnung, wenn es elf bis 15 Jahre bis zur Amortisierung dauert. Und neun Prozent würden ihr Eigenheim auch dann energetisch sanieren, wenn sich das finanziell überhaupt nicht rechnet.

Tatsächlich dauert es oft bis zu 20 Jahre, bis die Investitionskosten sich durch Einsparungen ausgeglichen haben. "Relevant sind aber nicht die Amortisationskosten, sondern der Zeitpunkt, ab dem die Belastung durch Heizkosten ohne Sanierung höher ist als die Zinsbelastung durch den Modernisierungskredit", sagt Planethome-Vorstand Robert Anzenberger. Bei in den 70er-Jahren erbauten Häusern etwa sei dies meist nach vier bis sechs Jahren der Fall.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Immer mehr Immobilienbesitzer erkennen, dass sich Investitionen in die Energieeffizienz nicht nur durch eine niedrigere Heizungsrechnung lohnen können. "Haus oder Wohnung erfahren eine klare Wertsteigerung - und lassen sich leichter verkaufen oder vermieten", sagt Anzenberger. Er macht darauf aufmerksam, dass Mieter und Kaufinteressenten durch die seit 2009 geltende jüngste Energieeinsparverordnung (EnEV) mittels Energieausweis verbindlich über den Verbrauch der fraglichen Immobilie aufgeklärt werden müssen.

Neben finanziellen Punkten spielen weitere Faktoren eine Rolle bei der Frage, ob energetische Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sind: Die Lebensqualität erhöht sich. So gibt es weniger Temperaturschwankungen - im Sommer wird starke Hitze außerhalb des Wohnraums gehalten. Neue Fenster sind praktisch zu handhaben und schützen deutlich besser vor Lärm. Und mit einer neuen Heizung lässt sich die Temperatur oft schneller und genauer regeln. Zudem wird den Deutschen der Klimaschutz immer wichtiger - per Modernisierung lässt sich ein Beitrag zur CO2-Einsparung leisten.