Recht

Von den teuren Tücken einer Wohngemeinschaft

Eine Wohngemeinschaft (WG) ist der Zusammenschluss mehrere Personen, um gemeinsam eine Wohnung zu beziehen. Besonders bei Studenten ist das WG-Leben beliebt, weil es eher finanzierbar ist als eine eigene Wohnung. Doch wenn sich Studenten ein bezahlbares Zimmer in einer WG suchen und dort Räume wie Bad und Küche mit den Mitbewohnern teilen, sollten sie juristisch auf der Hut sein.

Was viele nicht wissen: Rechtlich gesehen bildet eine Wohngemeinschaft nach Angabe von Experten der Arag-Versicherung meist eine "Gesellschaft bürgerlichen Rechts"(GbR) gemäß § 705 BGB. Sie kann auch ohne schriftlichen Vertrag oder Eintrag ins Handelsregister geschlossen werden. Die Konsequenz: Bei einer GbR haften alle Mitglieder mit ihren gesamten Privatvermögen für die Gesellschaft. WG-Bewohner haften für Mietzahlungen als Gesamtschuldner, so ein Urteil des Amtsgerichts Paderborn (Az. 51 C 28/99).

Eine WG darf grundsätzlich nur so viele WG-Mitglieder haben, wie Schlafzimmer vorhanden sind. Bei einem Verstoß könnte der Vermieter laut Arag die Kündigung aussprechen.

Die Miete muss rechtlich gesehen derjenige zahlen, der als Hauptmieter den Mietvertrag unterschrieben hat. Gibt es ein WG-Mitglied, das alleine den Mietvertrag unterschrieben hat und somit Hauptmieter ist, zählen die anderen Mitglieder als Untermieter. Der Hauptmieter haftet zunächst allein gegenüber dem Vermieter für die Miete.

Haben hingegen alle WG-Mitglieder den Mietvertrag unterzeichnet, sind sie gemeinsam zur Mietzahlung verpflichtet. Dabei gilt: Jeder Bewohner haftet gesamtschuldnerisch für die Miete auch der anderen mit. Falls in einer WG also zwei der drei Mieter ihren Teil nicht zahlen, kann der Vermieter von einem einzigen Mieter die gesamte Miete verlangen. Derjenige muss zahlen und dann die Teilbeträge von den Mitbewohnern einfordern.

Falls es einen Hauptmieter gibt, müssen die anderen WG-Untermieter nur gegenüber dem Hauptmieter kündigen. Will der Hauptmieter ein Zimmer neu vermieten, braucht er allerdings die Zustimmung des Vermieters, falls nichts Anderes im Mietvertrag steht. Der Wechsel von WG-Mitgliedern sollte auf jeden Fall dem Vermieter angezeigt werden, um Ärger zu vermeiden. Bei Auszug einer Person können die übrigen WG-Mitglieder vom Vermieter verlangen, dass sie neue Mitglieder aufnehmen können. Dies geht aus Urteilen des Landgerichts Karlsruhe (Quelle: Zeitschrift WuM 92, 45) und des Landgerichts München I (WuM 82, 189) hervor.