Baupreise

Im Reihenhaus ist der Neubau am günstigsten

In den vergangenen Jahren gab es in Deutschland keine Überhitzung des Immobilienmarktes wie in anderen europäischen Ländern. Wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, realisierten Bauherren eigene vier Wände 2008 sogar kostengünstiger als Mitte der 90er-Jahre.

Nach Angaben von LBS Research ist der Kostenvorsprung bei Doppel- und Reihenhäusern in den neuen Bundesländern am größten. Quadratmeterpreise unter 1000 Euro seien hier realisierbar.

In Ostdeutschland liegen nach Angaben der LBS-Experten die Baukosten für Doppelhaushälften knapp unter der 1000-Euro-Marke, Reihenhäuser seien jedoch im Schnitt schon für einen Quadratmeterpreis von knapp 900 Euro veranschlagt worden.

Allerdings scheint bei der Entscheidung zwischen frei stehenden Objekten oder eigenen vier Wänden in der Reihe nicht allein der Preis ausschlaggebend zu sein. Denn im gleichen Zeitraum ging der Anteil der Doppel- bzw. Reihenhäuser von 31 Prozent auf 13 Prozent am Eigenheimmarkt zurück. Der Anteil der frei stehenden Einfamilienhäuser stieg gleichzeitig von rund 69 Prozent (1995) auf 87 Prozent an, obwohl die durchschnittlichen Quadratmeterpreise in diesem Segment um ein Viertel höher sind als in der Reihe.

Anders ist das Bild in den alten Bundesländern. Dort lag der Anteil der besonders bevorzugten Bauform - dem frei stehenden Haus - annähernd stabil bei 67 Prozent (1995: 65 Prozent). Demgegenüber setzten gut 18 Prozent im ehemaligen Bundesgebiet auf das Doppelhaus und nur 14 Prozent auf das Reihenhaus. Ähnlich wie die Eigentumswohnung stellt das Reihenhaus in Ballungsräumen eine kostengünstige Alternative dar.

Wachsender Platzbedarf

Die Tendenz zum wachsenden Platzbedarf zeigt der Blick auf die Wohnfläche. So stieg die durchschnittliche Wohnfläche an, und zwar um fünf bis 22 Prozent. Dabei weisen Doppelhäuser und besonders die Reihenhäuser die relativ stärksten Zuwächse auf.

Der steigende Wohlstand, der zu wachsenden Wohnansprüchen führt, sei hier eindeutig abzulesen - ebenso wie ein sichtbarer Aufholprozess in den neuen Bundesländern, heißt es bei LBS Research. Konnte man dort aus historischen Gründen lange Zeit seine Wohnwünsche nicht frei gestalten, verringert sich dieses Defizit zusehends. Weiterhin aber ist die durchschnittliche Wohnfläche der neuen Eigenheime in den alten Ländern um rund 19 Prozent größer ist als in den neuen Ländern. Mit 147 000 Euro werden die Objekte im Osten um mehr als 30 Prozent niedriger veranschlagt als im Westen (213 000 Euro).