Umfrage

Viele Bauherren wollen mehr investieren

73 Prozent der Deutschen sind bereit, einen Beitrag zum energetischen Umbau ihres Hauses zu leisten. 52 Prozent würden ihren Anteil auf die Höhe der möglichen Heizkosteneinsparung begrenzen. Für 21 Prozent der Befragten ist der Klimaschutz sogar wichtiger als der eigene Geldbeutel: Sie würden dafür auch höhere Mieten zahlen oder mehr in ihr Wohneigentum investieren, als sie langfristig einsparen könnten.

Genauso viele Befragte allerdings, 21 Prozent, wollen sich "mit keinem Cent" beteiligen. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Emnid-Umfrage der BHW Bausparkasse.

Die höchste Bereitschaft zur Kostenbeteiligung zeigen die mittleren Altersgruppen zwischen 30 und 59 Jahren mit circa 80 Prozent Zustimmung. Indes fürchten viele unter 30-Jährige ebenso wie über 60-Jährige, dass sie von Sanierungskosten überfordert werden. Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Die Bereitschaft zum Kostenbeitrag wächst mit der Höhe des Einkommens.

BHW-Vorstandschef Dieter Pfeiffenberger: "Die Investition in Energiespar-Maßnahmen lohnt sich für Mieter und Eigentümer gleichermaßen. Genauso zahlt sich die Sanierung von Millionen Altbauten volkswirtschaftlich aus. Jeder Euro, der an Fördergeld fließt, löst acht Euro an Investitionen aus."

Die Bereitschaft, sich an den Modernisierungskosten zu beteiligen, ist in den letzten vier Jahren deutlich gestiegen. 2007 fanden erst 16 Prozent Mehrkosten über die mögliche Energieersparnis hinaus akzeptabel.

40 Millionen Wohngebäude stehen in Deutschland, von denen drei Viertel vor 1978 gebaut wurden. 52 Prozent votieren dafür, dass Mieter und Eigentümer gemeinsame Sache machen. Geht es nach 41 Prozent, sollten die Hausbesitzer die Kosten allein tragen. Nur drei Prozent sehen ausschließlich die Mieter in der Zahlungspflicht.

Am stärksten unterstützen dabei die unter 30-Jährigen (60 Prozent) und die Familien in Vier-Personen-Haushalten (58 Prozent) das Prinzip der geteilten Kosten. Pfeiffenberger: "Energiewende und energetische Sanierung des Immobilienbestandes sind Großprojekte für die nächsten Jahrzehnte, die nicht von einzelnen Gruppen gestemmt werden können - zumal Mieter genauso wie Eigentümer von sinkenden Energiekosten und CO2-Emissionen nachhaltig profitieren. Hausbesitzer brauchen hier solide Beratung, intelligente Finanzierungsmodelle und staatliche Fördergelder."