Garten

Letzte Arbeiten vor dem Winter

Im Garten ist jetzt noch einiges zu tun: Nicht nur frostempfindliche Kübelpflanzen wie Geranien, Fuchsien oder Oleander müssen vor dem ersten Frost ins Winterquartier. Auch Zwiebel- und Knollengewächse wie Dahlien, Knollenbegonien oder Gladiolen vertragen keine Minusgrade. Sie werden jetzt ausgegraben.

"Am besten lässt man die Pflanzen an einem trockenen Ort im Freien nachreifen.

Dann werden Wurzeln und Erde, Triebe und Blätter entfernt und die Knollen oder Zwiebeln kommen in ein trockenes, kühles Winterlager", erläutert Michael Legrand vom Zentralverband Gartenbau in Bonn.

Danach wird der Garten inspiziert: Sind einjährige Sommerblumen von Krankheiten befallen? Hat der Sternrußtau die Rosen fest im Griff? Schwächt die Miniermotte die Kastanie? Hängen am kahlen Apfelbaum noch Mumienfrüchte? "Pflanzenteile, die von Pilzen, Schädlingen oder Krankheiten befallen sind, sollten aus dem Garten beseitigt werden", rät Legrand. Obstgehölze, vor allem Apfelbäume, werden mit Leimringen vor Frostspannerweibchen und Blutläusen geschützt.

Über den Gartenteich kommt ein feinmaschiges Netz. So kann weder Laub noch Grünmaterial hineinfallen. Auch auf dem Rasen und auf den Wegen hat abgefallenes Laub nichts zu suchen. Unter Gehölzen oder auf den Beeten darf es jedoch liegen bleiben. Diese Decke sorgt dafür, dass die Nährstoffe nicht aus dem Erdreich ausgewaschen werden. Der Boden wird am besten in Ruhe gelassen - auch im Gemüsebeet. Wer jetzt umgräbt, zerstört den natürlichen Aufbau, transportiert sauerstoffreiche Erde nach unten und sorgt dafür, dass Asseln, Würmer und Bakterien absterben. Zur Not kann dort, wo sich Unkraut breit macht, oberflächlich mit dem Sauzahn oder Grubber gelockert werden.

Laub und abgestorbene Pflanzenteile machen sich auch gut als Mulch. "Manch eine frostempfindliche Pflanze wie größere Malven, Gunnera oder Crocosmia sind dankbar für einen solchen Schutz", sagt Claudia Schaaf, Gartenarchitektin aus Neu Wulmstorf. Mit Reisig beschwert, wird das schützende Laub nicht weggeweht.

Ein weißer Anstrich oder ein Pappmantel um den Stamm von Obstbäumen verhindert, dass die Rinde platzt oder reißt. Das ist besonders bei Wärme liebenden Bäumen wie dem Pfirsich wichtig. Bei Strauchrosen ist die Veredelungsstelle am Kronenansatz sehr empfindlich. Ihr Kronenbereich wird mit Stroh umwickelt. Darüber kommt ein Jutesack.

Stauden sollten nicht im Herbst, sondern erst im Frühjahr zurück geschnitten werden: "Die alten Blätter und Stängel schützen den unterirdischen Teil der Pflanze", erläutert Schaaf. Zudem werden vom Raureif überzogene Staudenreste im Winter zum bizarren Blickfang. Die letzten Samen werden gerne von Vögeln gepickt. Nützlinge finden Unterschlupf in den Stängeln.

Auch beim Gehölzschnitt ist Vorsicht geboten, vor allem bei jungen Gewächsen: "Wenn eine Pflanze im Herbst stark zurück geschnitten wird, kann der Frost tief in sie eindringen und große Schäden verursachen", erklärt Thomas Kleinworth vom Landesverband Schleswig-Holstein der Gartenfreunde. Der Rasen hingegen muss geschnitten werden, solange er wächst.