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Immobilien-Gutachten von Steuerschuld absetzen

Direkte Aufwendungen rund um einen Erbfall sind als "Nachlassverbindlichkeiten" steuerlich absetzbar. Dazu zählt man etwa die Bestattungskosten, aber auch Kosten für die Testamentseröffnung.

Immobilien-Gutachten von Steuerschuld absetzen

Ein Betroffener machte auch die gutachterliche Bewertung einer hinterlassenen Immobilie geltend. Nach LBS-Informationen hielt der Bundesfinanzhof (Az. II R 37/08) das für vertretbar.

Ein Mann hatte mehreren Erben ein großes Vermögen hinterlassen, darunter auch Immobilienbesitz. Doch die Betroffenen stritten über Wert und Aufteilung der Grundstücke. Man schaltete einen Sachverständigen ein, der die Immobilien begutachtete. Die Kosten steuerlich zu berücksichtigen, lehnten Finanzamt und Finanzgericht ab: Abziehbar an Kosten sei nur, was unmittelbar mit der Erfüllung des Erblasser-Willens zu tun habe - nicht aber die durch eine Entscheidung der Erben selbst veranlasste Aufwendungen.

Das Urteil: Der Bundesfinanzhof stellte klar, dass diese Sachverständigenkosten absetzbar seien. Die Einschaltung des Experten habe schließlich zu einer wertgerechten Erb-Verteilung der Immobilien gedient. Der direkte Zusammenhang mit dem Nachlassfall sei klar, daher seien diese Ausgaben in den Steuererklärungen ebenso zu berücksichtigen wie Notariats- oder Rechtsanwaltskosten.

( tr )