Einbauschränke

Passgenaue Möbel für Lücken

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Carsten Linnhoff

Einbaumöbel bilden im Dreiklang mit Architektur und Inneneinrichtung oft beeindruckende Wohnwelten. Sie verstecken selten gebrauchtes Inventar oder sind spielerische Elemente, die mit schönen Formen den Wohnraum veredeln. In den vergangenen Jahren entwickelten Planer und Hausbauer immer raffiniertere Ideen, die oft erst auf den zweiten Blick ihren überraschenden Charme offenbaren.

Der versteckte Schrank unter der Treppe ist der Klassiker unter den Einbaumöbeln. Aber auch dieser Klassiker kann manchmal doch noch überraschen: Eine ganze Spielecke kann so hinter Flügeltüren unter einem Treppenverlauf Platz finden, erläutert Architekt Johannes Kottjé (Marktredwitz), der in einem Ratgeber Beispiele für raffinierte Einbaumöbel gesammelt hat. Mit wenigen Handgriffen kann alles elegant verschlossen werden.

Auch den Innenraum von Treppen ohne eine Wand dahinter kann man mit der Hilfe eines Schreiners als Stauraum nutzen: Breite Treppenstufen könnten dann Schubladen beherbergen, schlägt Kottjé vor. Sie werden mit verdeckten Mulden aufgezogen. Auch in der Wandverkleidung an den Seiten des Treppenaufgangs könnten Regale verschwinden, etwa als heimlicher Lagerraum für Schuhe.

Alles Maßanfertigung

"Einbaumöbel sind immer Maßanfertigungen", erläutert Dagmar Arnold vom Bundesinnungsverband für das Tischler-Schreinerhandwerk in Berlin. Neben den Wünschen und Vorstellungen des Kunden spielen die "Koordinaten" des dazugehörigen Raums die entscheidende Rolle für die Arbeit des Handwerkers. "Und der Kunde hat den Vorteil, dass er Material, Farbe, Oberfläche und Form für sich bestimmen kann, um den Raum optimal zu nutzen", erklärt Arnold.

Sie schätzt, dass der Marktanteil der Einbaumöbel in Deutschland bei rund 20 Prozent liegt. Ursula Geismann, Trendexpertin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie in Bad Honnef, beziffert den Marktanteil auf 15 bis 20 Prozent. "Allerdings ist bei dieser Zahl auch die klassische Einbauküche mit dabei", sagt Geismann.

Sie erläutert, dass sich Grundrisse von Häusern und Wohnungen immer mehr verändern. Entsprechend würden sich auch die Möbelformate ändern. "Und doch sind wir weit von amerikanischen Verhältnissen entfernt. Die USA sind ein Land von Einbau-Freaks, dort können Sie keine Wohnung ohne Einbau-Mobiliar vermieten oder verkaufen."

In Deutschland werden zumeist Möbel passgenau eingebaut, wo kaufbare Alternativen fehlen: Klassiker sind etwa Kleiderschränke im Schlaf- oder Ankleidezimmer, Bücherschränke für Wandnischen im Wohnraum, TV-Wände oder Schrankwände in besonders beengten Räumen wie dem Hausflur. Auch findet man häufig versteckte Betten für Gäste, ausziehbar unter einem maßgeschneiderten Bett oder hinter einer Wandverkleidung.

Dagmar Arnold schränkt allerdings etwas ein: "Nicht jede Idee für Einbaumöbel ist auch umsetzbar. Deshalb raten wir dazu, einen sogenannten ,Objekter' bei der Planung einzubeziehen. Er ist dann für die Umsetzung und die Einrichtung zuständig und hat mit seiner Erfahrung das große Ganze im Blick."

Glatte Oberflächen

Im Trend liegen bei Möbeln derzeit weiße und glatte Oberflächen. "Das wirkt alles sehr zeitlos und die Oberflächen wirken noch mehr dem Raum angepasst. Alles scheint größer und geräumiger", sagt Kottjé. Das bestätigt auch Ursula Geismann: "Weiß ist aktuell die Megafarbe

Literatur: Johannes Kottjé: Einbaumöbel Multifunktionsmöbel: Intelligente Lösungen im Detail, DVA. 144 S., 59,99 Euro