Justiz

Verbotene Fotos von privater Eigentümer-Sauna

Bei Eigentümerversammlungen müssen oft strittige Fragen erörtert werden. Dabei kann es hilfreich sein, Probleme mit Bildern darzustellen, um den Teilnehmern die Entscheidung zu erleichtern. Das dachte sich ein Wohnungsverwalter, der zum Tagesordnungspunkt "Statische Belastung von Balkonen und Terrassen" referieren musste und laut Bericht der Landesbausparkassen vor dem Landgericht Köln (Az. 29 S 67/08) landete.

Er hatte Fotos geschossen, die das Sondereigentum eines Eigentümers zeigten. Der hatte seine Dachterrasse intensiv genutzt, unter anderem mit einer privaten Sauna. Genau diese Sauna war auf den Fotografien zu sehen. Einerseits war dies zwar wichtig für die statischen Belange der Anlage, der Eigentümer aber sah sich wegen dieser Fotos in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt. Es könne nicht sein, dass ein anderer derartige Aufnahmen mache und auch noch herumzeige.

Die Justiz sah den Fall ähnlich: Wenn ein intimer "Rückzugsraum" wie die Sauna eines Menschen ohne dessen Genehmigung fotografiert werde, würden dadurch Eigentümer-Rechte in unzumutbarer Weise verletzt: "Je enger durch die Aufnahme von Gegenständen ein Zusammenhang mit dem persönlichen Umfeld des Eigentümers hergestellt wird, um so eher erscheint eine Verletzung von dessen Privatsphäre möglich."

Das Ende vom Lied: Der Verwalter musste die Fotos herausgeben. Allerdings sei deren Verwendung bei der Eigentümerversammlung zulässig, weil sie zum Nachweis einer höheren statischen Belastung bei weiteren Baumaßnahmen wichtig war.

( tr )