Gesundheit

Raumsprays: Erst guter Duft, dann Allergien

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Franziska Baermann

Duftkerzen, Räucherstäbchen, Aromalampen oder Raumspray - im Handel gibt es allerhand, um der eigenen Wohnung eine besondere Duftnote zu verpassen. Der Wohlgeruch soll für eine angenehme Stimmung beim Essen, auf dem Sofa oder im Schlafzimmer sorgen.

Mit Raumduft lässt sich Gestank vertreiben - so können die Sprays und Kerzen Zigarettenqualm oder Küchendünste überlagern. Doch nicht jeder Duft, der der Nase schmeichelt, tut auch gut.

Raumdüfte wirken sich nicht nur auf die Wohnung aus, sondern auch auf das Gemüt. Die meist sehr intensiven Gerüche der Raumsprays gehen direkt ins Gehirn und bewirken so eine Stimmungsveränderung. Zitrusdüfte wie Grapefruit, Orange oder Limette wirken erfrischend und motivierend. "Für das Arbeitszimmer eignen sich ätherische Öle mit dem Duft von Zitrusschalen besonders gut", rät Katharina Zeh, Aromaexpertin aus Berlin. Lavendel-Aroma beruhige den Körper, weshalb es ins Schlafzimmer passt.

Beim Raumduft oder Lufterfrischer sollte man auf die Inhaltsstoffe achten und Produkte wählen, die keine Allergien auslösen oder verstärken. Die Inhaltsstoffe der meisten Sprays aber würden nicht ausgewiesen, sagt Alexandra Borchard-Becker (Verbraucherinitiative Berlin). Auf der Verpackung sei nur von "ätherischen Ölen" die Rede - um welches Öl es sich genau handelt, erfahre der Verbraucher nicht.

Das kann für Allergiker zum Problem werden, da sie ein empfindliches Bronchialsystem haben. Duftstoffe könnten dieses reizen, sagt Esther Coors von der Allergieabteilung der Universitätsklinik Hamburg: "Reaktionen auf starke Düfte können eine laufende Nase, juckende Augen, aber auch Asthma oder Haus-Ekzeme sein." Eine Kontaktallergie könne auftreten, wenn man sich sehr lange in einem Zimmer mit viel Duftmittel in der Luft aufhalte. Die Duftstoffe legten sich auf die Haut, die gereizt reagiere.

Nur ein paar Tropfen

Die Krux der Sache erläutert Katharina Zeh: "Das Gehirn schaltet nach etwa 15 Minuten den Geruchssinn ab." Daher legten viele nach und versprühen mehr von dem Mittel, da sie glauben, den Geruch nicht mehr zu riechen. Dies sei aber nur eine Täuschung des Gehirns.

Nicht nur Allergiker reizen die Duftstoffe: "In Kinderzimmern sollte man auch auf Duftsprays verzichten", empfiehlt Coors. Auf das allergene Potenzial vieler Düfte reagierten Kinder besonders - mit Atemwegserkrankungen. "Zu den Duftstoffen, die oft Kontaktallergien auslösen, gehören zum Beispiel Sandelholzöl, Eichenmoos absolue, Isoeugenol oder Ylang-Ylang-Öl.".

Wenn man auf den Duft dennoch nicht verzichten möchte, sollte das Produkt sparsam - nur zwei bis drei Tropfen - und nur für kurze Zeit benutzt werden.