Finanzierung

Versicherung nicht immer hilfreich beim Hausbau

Von einer Baufertigstellungs- und Baugewährleistungsversicherung "sollten sich Bauherren nicht zu viel versprechen", mahnt Baufachanwältin Sabina Böhme (Deutscher Anwaltverein).

Denn diese Versicherungen geben dem Bauherrn nur im Fall der Insolvenz des Bauunternehmens - und gegen Vorlage des Originalzertifikats - die Möglichkeit, ihre Ansprüche direkt gegen den Versicherer durchzusetzen.

"Solange die Baufirma nicht insolvent ist, kann der Bauherr mit der Versicherung gar nichts anfangen", weiß sie: "Im Gegenteil: Die Baugewährleistungsversicherung bietet dem Bauunternehmer Rechtsschutz zur Abwehr unberechtigter Gewährleistungsansprüche des Bauherrn."

Dem Bauherrn ist damit also nicht geholfen. "Er ist besser beraten, vom Bauunternehmer eine Fertigstellungs- oder Vertragserfüllungsbürgschaft zu verlangen, die von dessen Bank ausgestellt wird." Darauf hat er zwar keinen Rechtsanspruch, "aber er sollte dennoch auf eine schriftliche Vereinbarung und auf Stellung der Sicherheit im Vertrag drängen", empfiehlt Böhme. Dazu muss geregelt werden, in welcher Höhe Sicherheit geleistet wird und für welchen Zweck, ferner, wann ein Sicherheitsfall vorliegt und zu welchem Zeitpunkt unter welchen Bedingungen die Sicherheit wieder herauszugeben ist.

"Nur, wenn dem Bauherrn eine solche Fertigstellungsbürgschaft vorliegt, ist die rechtzeitige und mangelfreie Erbringung der Bauleistung bis zur Abnahme abgesichert", rät die Fachfrau außerdem zur Absicherung der Gewährleistungsansprüche vertraglich durch einen sogenannten Sicherheitseinbehalt, der nur durch eine Bankbürgschaft zugunsten des Bauherrn durch den Bauunternehmer abgelöst werden kann.