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Architekt muss bei der Abnahme klare Worte finden

Architekt muss bei der Abnahme klare Worte finden

Ein Architekt muss dem Auftraggeber bei der Abnahme offenbaren, wenn er Teile der Ausführung des Bauwerks vertragswidrig nicht überwacht hat. Unterlässt er dies, so hat er nach LBS-Informationen einen Mangel arglistig verschwiegen, so der Bundesgerichtshof (Az. VII ZR 46/09).

Es ging um die Sanierung eines Doppelhauses, dessen Überwachung ein Architekt übernommen hatte. Am Ende stellte er seine Honorarrechnung, ohne Besonderheiten zu erwähnen. Acht Jahre später stellte sich heraus, dass eine "Dampfsperre" zwischen Außen- und Innenwand zwar abgerechnete, aber nicht eingebaut worden war. So konnte Tauwasser eindringen und Schäden anrichten. Der Architekt hatte den Einbau der Dampfsperre nicht kontrolliert. Das Schweigen darüber betrachtete der Eigentümer als arglistiges Verhalten.

Wenn einem Architekten klar ist, dass er seiner Überwachungspflicht nicht nachgekommen ist, muss er dies wenigstens im Nachhinein angeben. Darauf zu vertrauen, die Baufirma werde das alles auftragsgemäß erledigt haben, sei zu wenig.