Immobilien-Telefon: Rat für Mieter

Muss ich die Dämmung bezahlen?

Mein Vermieter will die Hoffassade dämmen. Davon aber habe ich nichts, weil ich im Dachgeschoss wohne, ohne Kontakt mit Fassade und Wärmedämmung. An meinen Heizkosten von 1500 Euro im Jahr wird sich wohl auch nichts ändern, trotzdem soll ich das alles mitbezahlen. Zu Recht?

Ein Mieter aus Charlottenburg-Nord

Was der Vermieter meint, ist sicherlich eine Modernisierungs-Mieterhöhung. Die ist heute nicht nur dann möglich, wenn Wohnwert und Wohnqualität sich erhöhen, sondern auch wenn Energie eingespart wird.

Wenn der Vermieter alle Mieter an den Kosten der Wärmedämmung beteiligen will, so liegt er dabei laut Rechtsprechung auch richtig. Dafür gibt es nur eine Bedingung: Es muss für Sie und alle anderen, die sich an den Kosten beteiligen sollen, irgendein Energiesparvorteil ergeben - auch wenn der Vorteil der Dämmung noch so klein ist.

Bei der Heizkostenabrechnung werden ja alle Gesamtkosten in einen Topf geworfen und dann auf alle Mieter umgelegt. Sollten dann - an irgendeiner anderen Stelle des Hauses - das Dämmsystem funktionieren und Energie eingespart werden, dann fallen weniger Heizkosten bei der Gesamtheizanlage an. Das heißt dann aus Sicht der Gerichte: Hier wird gespart, also wird die Maßnahme als Modernisierung anerkannt - auch für Sie und Ihre Wohnung. Damit ist die vom Bundesgerichtshof gesetzte Vorbedingung erfüllt - und alle müssen die Kosten der Modernisierungsmaßnahme mitzahlen.

Die Folge: Elf Prozent der anteiligen Modernisierungskosten dürfen auf die Miete umgelegt werden. Möglicherweise wird in so einem Fall die Energiekosten-Ersparnis deutlich geringer ausfallen als die Modernisierungs-Mieterhöhung. Das mag erst recht in Ihrem Fall ungerecht wirken, aber das ist nun einmal die Vorgabe des BGH, an der sich diese Frage entscheidet. So unangenehm es für Sie sein mag - aus Rechtsgründen können Sie nichts dagegen unternehmen.

Frank Maciejewski, Rechtsanwalt beim Berliner Mieterverein