Immobilien-Telefon: Rat für Eigentümer

Muss ich Basketball-Lärm dulden?

Wir haben Nachbarn mit zwei 15-jährigen Jungen, die oft auf einen Basketballkorb und die Holzwand dahinter spielen. Dabei entsteht viel Krach, der sieben Wohnparteien nervt. Bevor wir die Nachbarn ansprechen, wüssten wir gern, ob man diese Art des Ballspiels hinnehmen muss?

Familie S. aus Zehlendorf

Nein. Dabei können Sie abstellen auf die "Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm" (TA Lärm), in der es Tabellen gibt, welche Lautstärke in welchen Zusammenhängen zulässig ist. Wobei ja, wie Sie in der Mail schreiben, der Lärm vielgestaltig ist: "Abgesehen vom fortwährenden lauten Auftippen des Balles auf dem Steinfußboden fliegen die Bälle meist nicht in den Korb, sondern gegen die Holzwand." Jeder weiß, dass dabei ein nicht unwesentlicher Geräuschpegel entsteht - und sicher hätten Sie auch noch von Jubel- oder Enttäuschungs-Rufen berichten können, wenn der Ball mal trifft und mal daneben geht.

Solch Spiel fällt unter die Kategorie Freizeitlärm, und da gibt es die Grenze für Immissionsorte außerhalb von Gebäuden von tagsüber 55 Dezibel (dB) im allgemeinen Wohngebiet und von 50 dB (A) im "reinen Wohngebiet". Nachts, also nach 22 Uhr, gelten entsprechend 40 bzw. 35 dB (A). Allerdings werden auch "einzelne kurzzeitige Geräuschspitzen" zugelassen, so dass sich die Tag-Grenzwerte auf 85 bzw. 80 dB (A) und die Nacht-Werte auf 60 bzw. 55 dB (A) erhöhen dürfen.

Falls Sie die Sache vor Gericht bringen wollen, brauchen Sie aber Beweise. Dazu gehört nicht nur ein Protokoll, wann die "Lärmereignisse" stattfanden, sondern auch eine hieb- und stichfeste Schallpegelmessung, die erst einmal mit Kosten verbunden ist. Für ein möglichst klärendes Gespräch mit den Nachbarn können Sie solchen Aufwand aber sicher nicht treiben.

Peter Ohm, Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (Berlin)