Schuldner

5,12 Prozent Verzugszinsen für Privatleute

Wer Rechnungen oder Miete nicht pünktlich zahlt, kann extra zur Kasse gebeten werden - und zwar schneller als oft angenommen.

Die Verzugszinsen liegen derzeit für Verbraucher bei 5,12 Prozent. Generell gerät ein Schuldner für fällige Beträge aber erst per Mahnung in Verzug. Frühestens dann dürfen Verzugszinsen berechnet werden. Das hat der eine oder andere Verbraucher schon gehört und lässt Rechnungen erst mal liegen. Es gibt jedoch Ausnahmen von dieser Regel:

Rechnung mit Hinweis : 30 Tage nach Zugang einer Rechnung kann ein Verbraucher automatisch, also ohne Mahnung, in Verzug geraten, wenn das auf der Rechnung ausdrücklich angekündigt wird. Will der Rechnungssteller den gesetzlichen Zahlungszeitraum verkürzen, so kann er eine Zahlungsfrist von z.B. zehn Tagen setzen - müsste danach aber erst mahnen, um den Verbraucher in Verzug zu setzen.

Fester Zahlungstermin : Ist ein regelmäßiger, im Kalender ablesbarer Zahlungstermin bestimmt, dann kommt der Verbraucher auch ohne Mahnung automatisch in Verzug. Das typische Beispiel dafür ist der Mietvertrag. Ohne besondere Vereinbarung muss die Miete bei neueren Mietverträgen spätestens bis zum dritten Werktag eines Monats gezahlt werden. Wurde - wie üblich - ein Termin im Mietvertrag genannt, so gilt er. Gerade Mieter können daher schnell mit Verzugszinsen belastet werden.

Die gesetzlichen Verzugszinsen für Verbraucher betragen mindestens fünf Prozent (§ 288 BGB). Hinzu kommt der "Basiszins". Er wird von der Bundesbank jeweils zum 1. Januar und 1. Juli eines jeden Jahres bekannt gegeben. Seit 1. Januar 2011 steht der Basiszins bei 0,12 Prozent - macht zusammen 5,12 Prozent. Wenn der Gläubiger einen teureren Bankkredit aufnehmen musste, kann er auch die Kreditzinsen als Verzugschaden geltend machen.