Hauskauf

DIN-Normen sind nicht immer anerkannte Regeln der Technik

Wer ein schlüsselfertiges Haus kauft, der muss dazu einen Bauvertrag mit "Bauleistungsverzeichnis" unterschreiben.

Solche Verträge wimmeln von Fachbegriffen, und oft werden dabei DIN-Normen zitiert und die sogenannten "anerkannten Regeln der Technik". Der Verband Privater Bauherren warnt davor, sich auf diese Begriffe zu verlassen: DIN-Normen sind keine Rechtsnormen, sondern technische Regelungen. Sie sind nicht zwingend vorgeschrieben, sondern haben Empfehlungscharakter.

Auch diese anerkannten Regeln sind keine festgeschriebenen Qualitätsstandards für alle Zeiten. "Im Gegenteil", erläutert der VPB-Vorsitzende Thomas Penningh, "da sich die Bautechnik ständig weiterentwickelt und verbessert, ändern sich auch die Empfehlungen und anerkannten Regeln der Technik." Zum Beispiel bei der Dämmung: Was vor zehn Jahren bei der Heizungstechnik oder Wärmedämmung anerkannte Regel der Technik war, "ist heute längst überholt". Früher oder später werde diese DIN "neu formuliert und dann aktuelle Standards empfehlen", erläutert Penningh.

Erst seit wenigen Jahren fragen Bauherren nach barrierearmen Häusern und Wohnungen. Viele Schlüsselfertig-Anbieter folgen inzwischen diesem Trend und bieten entsprechende Ausstattungen an. Dabei verweisen sie oft auf DIN-Normen. "Vorsicht", rät Penningh, "denn wie ein barrierearmes Haus ausgestattet ist, das sollte sich nicht nach einem Standard richten, sondern vor allem nach dem Handicap des Einzelnen. Ein Sehbehinderter braucht ganz andere Hilfen als ein Gehbehinderter."

Der VPB rät allen Bauherren, je nach individuellem Handicap einen barrierearmen Ausbau festzuschreiben - "das muss immer individuell betrachtet und verhandelt werden".