Immobilien-Telefon: Rat für Vermieter

Muss ich eine neue Küche kaufen?

Ein Mieter will eine ältere Einbauküche gegen eine neue austauschen oder durch mich austauschen lassen. Die Einbauten funktionieren aber noch tadellos, was er bestätigt. Gilt das dann als Modernisierungsmaßnahme? Und wie beurteilen Sie meine Austauschpflicht?

Ein Vermieter aus Steglitz

Bei einer mitvermieteten Einbauküche hat der Mieter keinen Anspruch darauf, ohne Zustimmung von Ihnen als Vermieter die alte Küche gegen eine neue Einbauküche auszutauschen. Anders wäre es, wenn die Einbauküche mangelhaft wäre, der Herd nicht funktioniert oder Schranktüren sich nicht mehr öffnen lassen. Dann wäre es aber eine Instandhaltung und keine Modernisierung.

Einen Anspruch auf Austausch durch Sie als Vermieter würde ich noch nicht sehen. Bei Küchen geht man durchaus von einer Nutzungsdauer von 20 bis 25 Jahren aus.

Tauscht er selbst aus, ohne Ihre Zustimmung dazu einzuholen, dann können Sie beim Auszug verlangen, dass Ihre "alte" Einbauküche wieder eingebaut wird, denn in diesem Zustand muss er den Vertragsgegenstand "Mietwohnung" später wieder zurückgeben. Schwierige Sache also für ihn, eine alte Küche irgendwo zwischenzulagern - es sei denn, er will Ihnen später seine neuere Küche überlassen. Aber auch das sollte man lieber schriftlich festschreiben, damit für beide Seiten Rechtssicherheit besteht. Sonst gibt es am Ende noch Streit um eine Entschädigungszahlung. Sie sollten also besser noch einmal miteinander reden.

Damit die neue Küche als Modernisierungsmaßnahme gelten könnte, müsste sie mehr bieten als die heutige - dem Mieter ja bisher schon vertraglich zustehende - Einbauküche. Also: Neben dem Herd noch eine eingebaute Mikrowelle, eine integrierte Kaffee- und Espresso-Maschine usw. Ob solche Extras allerdings auch immer sinnvoll sind, steht auf einem anderen Blatt.

Sabine Degen, Rechtsanwältin beim Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen