Eigenheim

Pfusch am Bau: So sparen Bauherren Geld, Zeit und Nerven

Endlich geschafft: Die junge Familie zieht in ihr schmuckes Eigenheim. Doch die Freude währt nur kurz. Schon nach Monaten zeigen sich gravierende Baumängel: Feuchtigkeitsschäden, Probleme mit der Dacheindeckung, Risse in den Wänden.

Ein Horrorszenario für jeden Bauherrn - aber oft die Realität: Durch Pfusch am Bau entsteht ein jährlicher Schaden von 1,4 Milliarden Euro, zeigt eine Studie der Sachverständigenorganisation Dekra.

Das heißt: Auf jede in Deutschland fertiggestellte Immobilie entfallen im Schnitt für die Mängelbeseitigung über 10 000 Euro Kosten. Hinzu kommen Aufwendungen für Gutachter und Rechtsanwälte. Selbst wenn die Mängel noch im Rahmen der Gewährleistung auf Kosten der Baufirma beseitigt werden, ist dies für den Bauherrn mit Ärger und Zeitaufwand verbunden. Wer solche Risiken minimieren will, sollte vor der Vertragsunterzeichnung zwei Dinge prüfen:

Was steht in der Bau- und Leistungsbeschreibung? Präzise Angaben, was die Baufirma leisten muss und welche Ausstattungen und Produktqualitäten sie zum vereinbarten Preis zu liefern hat, stehen dort. Sie sollte deshalb vor Vertragsunterzeichnung genau geprüft werden - am besten durch einen unabhängigen Experten. Werden billige Materialien verarbeitet, steigt das Risiko, dass bald Mängel auftreten.

Wenn der Bauherr Kontrolle wünscht, empfiehlt sich ein Architekt oder Bauingenieur, der während der Bauphase den Handwerkern auf die Finger schaut. Die Kosten dieses "Baucontrollings" können 1,0 bis 1,5 Prozent der Bausumme betragen.

Wer keinen ständigen Baubegleiter engagiert, sollte als Bauherr so oft wie möglich selbst auf der Baustelle präsent sein. Fotos über Pfusch am Bau können später zu wichtigen Beweismitteln werden. Spätestens zur Abnahme des fertigen Bauwerks sollte der Bauherr einen unabhängigen Experten einschalten.