Unterschiedliche Preistrends

Im Osten der Berliner Mauer höhere Mieten als im Westen

Nur noch wenige Spuren sind von der Berliner Mauer geblieben, die am 13. August 1961 errichtet und am 9. November vor fast 22 Jahren am Grenzübergang Bornholmer Straße zuerst wieder geöffnet wurde.

Erstaunlich dabei ist aus Sicht von Immobilienprofis, dass in jenen Ortsteilen Berlins, die einstmals die Mauer trennte, im Osten 70 Cent mehr Miete pro Quadratmeter Wohnfläche gezahlt wird als im Westen. Untersucht hat dies das Onlineportal Immobilienscout24.

Dabei wurden die durchschnittlichen Preise pro Quadratmeter Kaltmiete analysiert, die die Berliner heute in 25 Ortsteilen zahlen. Diese Bereiche liegen alle unmittelbar entlang der 43 Kilometer langen innerstädtischen Grenze, teils dies- und teils jenseits der Mauer. Die untersuchten Regionen und Kieze liegen in den heutigen Bezirken Reinickendorf, Pankow, Mitte, in Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Treptow-Köpenick.

In den nördlichsten Ortsteilen im Westen der Stadt - dazu zählen das dörfliche Lübars, die Großsiedlung Märkisches Viertel, Wittenau und Reinickendorf - zahlen Mieter heute durchschnittlich mit 6,10 Euro Kaltmiete. Im Osten davon liegen Blankenfelde, der mit nur 1900 Einwohnern dünn besiedelte und mit 13,4 Quadratkilometern flächengrößte Ortsteil im Norden, Rosenthal, das nur 1,4 Quadratkilometer große Wilhelmsruh und das bei der DDR-Politprominenz favorisierte Niederschönhausen. Hier kostet der Quadratmeter 6,70 Euro. Am teuersten allerdings ist es mit 7,20 Euro im Pferdedorf Lübars.

In Gesundbrunnen, Wedding, Moabit, Tiergarten und dem am dichtesten besiedelten Kreuzberg, den mittleren Ortsteilen im Westen Berlins, verlangen die Vermieter von ihren Mietern 6,60 Euro. Was dort östlich der Grenze liegt - hierzu zählen Pankow, das beliebte Prenzlauer Berg, Mitte und Friedrichshain - sind es immerhin 8,30 Euro. Am tiefsten müssen die Einwohner von Mitte in die Tasche greifen: 10,40 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche sind hier fällig.

Im südlichen Berlin waren die westlichen Ortsteile Neukölln, mit 154 000 Bürgern der einwohnerreichste, Britz und Rudow von der Teilung unmittelbar betroffen. Hier ist es mit 6,10 Euro pro Quadratmeter wieder recht preiswert, zur Miete zu wohnen. Das Pendant dazu sind die östlichen Ortsteile Alt-Treptow, Plänterwald, Baumschulenweg, Johannisthal und Altglienicke. Auch hier reichen 6,10 Euro im Schnitt pro Quadratmeter Wohnung zur Miete.

Nach der aktuellen Mietpreisbetrachtung von Immobilienscout24 berappen die Mieter in den analysierten zwölf Ortsteilen im Westen durchschnittlich 6,30 Euro und in den 13 Bereichen im Osten sieben Euro.

Die mietpreisintensivsten Ortsteile sind die Bereiche Mitte und Prenzlauer Berg mit 10,40 bzw. 8,20 Euro/qm. Am günstigsten wohnen die Mieter für ganze 5,50 Euro pro Quadratmeter in Wittenau und Reinickendorf.

In den statistisch bewerteten Ortsteilen wohnen heute rund 1,3 Millionen Berliner auf einer Fläche von fast 189 Quadratkilometern. Während der Teilung der Stadt gehörten sie im damaligen Berlin (West) zu den Bezirken Reinickendorf, Wedding - im französischen Sektor, Tiergarten - im britischen Sektor sowie Kreuzberg und Neukölln - im amerikanischen Sektor. Im damaligen Ost-Berlin ("Hauptstadt der DDR") lagen sie in den Stadtbezirken Pankow, Prenzlauer Berg, Mitte, der als einziger an alle drei Westsektoren grenzte, Friedrichshain und Treptow - im sowjetischen Sektor.