Steuererklärung

Wann Miete als "außergewöhnliche Belastung" zählt

Die Ausgaben für die Miete sind rechtlich gesehen grundsätzlich als Kosten der normalen Lebensführung anzusehen und können daher nicht als sogenannte außergewöhnliche Belastung zu Gunsten des Steuerzahlers anerkannt werden.

Nach Angaben der Wüstenrot Bausparkasse kommt daher für Mietzahlungen normalerweise keine Steuerermäßigung in Betracht. Etwas anderes gilt allerdings, wenn die bisher selbstgenutzte Eigentumswohnung unbewohnbar wird und daraufhin Mietkosten für eine Ersatzwohnung entstehen. Dies hat in München der Bundesfinanzhof (Az. VI R 62/08) entschieden.

In dem entschiedenen Steuerfall waren die Mietzahlungen nach Meinung des klagenden Steuerzahlers wie bei außergewöhnlichen Belastungen nötig "zwangsläufig" entstanden, da seine Eigentumswohnung nach Feststellung der Baubehörde wegen erheblicher Einsturzgefahr nicht mehr nutzbar war. Realisierbare Ersatzansprüche gegen Dritte gab es dabei nicht. Die Mietzahlungen für eine nunmehr nötige Ersatzwohnung seien daher außergewöhnlich und nicht mehr der normalen Lebensführung zuzurechnen, so der BFH.

Der Urteilsbegründung ist laut Wüstenrot zu entnehmen, dass diese Miete für eine Ersatzwohnung nur für eine bestimmte Dauer steuerlich berücksichtigt werden kann - für genau den Zeitraum, der erforderlich ist, um die eigentlich genutzte Eigentumswohnung wieder bewohnbar zu machen.